Wir wohnen, was ich ja schon hier und da erwähnt habe, in einem wunderbarem Mietshaus auf dem Chemnitzer Kassberg. Das Haus wurde erst frisch saniert und von allen Mietsparteien binnen weniger Monate bezogen. Da alle Mieter fast gleichaltrig sind und niemand den Status des „ich bin schon ewig hier“ für sich beanspruchen kann, ist eine wunderbare Hausgemeinschaft erwachsen, welche auch liebevoll die Kommune genannt wird. Nur 2 von 12 Parteien sind aus etwas anderem Holz geschnitzt. Sie kommen nicht zum Grillen in den Gemeinschaftsgarten. Grüßen niemandem im Treppenhaus und machen dazu ununterbrochen furchtbar angestrengte Gesichter, als würden nur sie allein wirklich arbeiten müssen. Diesen beiden Mietsparteien ist es auch zu zuschreiben, dass unsere Hausverwaltung ständig Beschwerden über dieses Haus erhält, sodass diese denken, an unserer Adresse wohnen die Hottentotten. Mal ist es ein vermeintlich verstellter Keller, Zigarettenkippen im Garten, zu lautes grillen, das Grillen überhaupt, zu laute Musik oder das Schreien der Kinder im Garten. Die Hausgemeinschaft liest die wöchentlich im Schaukasten aufgehängten neuerlich erlassenen Verhaltensregeln und amüsiert sich…

Aber kann man es denn nicht verstehen, dass dies ein Mietshaus ist und nobody is perfect? Ich meine es ist doch wohl in Ordnung, dass die Studenten im Dachgeschoß einmal im Monat eine kräftige Sause feiern, sie bemühen sich auch nach 22Uhr leise zu machen und die Feiern im Haus an zu melden, oder der Singlehaushalt unten drunter, der einmal pro Woche mit seinen Saufkumpanen nachts durchs Haus poltert. Die neu eingezogenen direkt über uns, die jeden Freitag 20 Uhr anfangen mit einem Bohrhammer Bilder auf zu hängen und das schon seit 8 Wochen, oder was ist mit unserem Hauspyromanen, der zum Gemeinschaftsgrill noch eine Feuertonne für amtlich genehmigte Lagerfeuer angekarrt hat, das Licht dieses Feuers erhellte schon so manche Nacht im Hinterhof. Man könnte noch viel mehr Beispiele aus dem Zusammenleben von 29 Personen in einem Haus erzählen, doch darum geht es nicht. Es geht darum, dass die meisten zu verstehen scheinen, dass man in einem Mietshaus Rücksicht aufeinander nehmen muss. Rücksicht aber heißt, sich nicht zu verstecken, sondern heißt auch tolerant zu sein gegenüber dem Leben anderer und dessen was in deren Leben geschieht. Einige verstehen das aber eben nicht und vermiesen so sich und anderen den Tag

die birmamesische Junta stürzen? In Birma sitzen fast 100.000 Menschen ohne Trinkwasser, Essen, medizinische Versorgung, geschweige denn einem Dach ueberm Kopf. Währenddessen stehen tausende Helfer sich an den Grenzen Birmas die Füße in den Bauch und warten auf ihr Einreisevisa. Lebensmittel und andere Hilfslieferungen werden entweder nicht ins Land gelassen oder von der Junta beschlagnahmt. Ich mache es kurz, könnte vielleicht der Debattierclub UNO, Nato oder eben auch die EU kurz die Augen auf machen und zum Schutz von hunderttausend Menschenleben das dortige Regime stürzen oder eben so wirkungsvoll unter Druck setzen, dass am Ende auch noch jemand lebt von denen die Hilfe dringend brauchen?

Leider glaube ich den Ausgang der Geschichte zu kennen. In wenigen Wochen werden o.g. Clubs der alten Männer zusammen kommen, um das Vorgehen der Birmamesische Regierung „scharf zu verurteilen“. Wenige Wochen später werden die ersten Reportagen ausgestrahlt werden über das Elend, zig zehntausende Tote, verschuldet durch das starre Handeln der birmamesischen Militärjunta. Und Europa schaut wie immer zu und kümmert sich lieber um Konflikte, wo man kein Risiko eingeht selbst etwas zu riskieren…

60 Jahre ist es bereits her, dass der Staat Israel von Ben Gurion ausgerufen wurde. Neben den obligatorischen Glückwünschen, ist dies nun auch einmal wieder ein guter Zeitpunkt für Muslime in der Welt, notorische Rechte, aber auch von Seiten der linken in Europa, Israel zu kritisieren und die Daseinsberechtigung dieses Staates in Frage zu stellen Da dieses Thema gottseidank von genügend Publizisten, wie zum Beispiel hier, von Hendryk M. Broder, aufgegriffen und gut beleuchtet wird, möchte ich mich der Kritik an den Kritikern zwar anschließen aber lieber einmal die Frage in den Raum werfen: wieso bezweifelt eigentlich niemand die Daseinsberechtigung Deutschlands? Ich meine, dass dieses Land heute so existiert wie es ist, beruht mehr oder minder auf glücklichen Umständen. Eine Kolonialisierung, Auflösung oder was auch immer, wäre 1948 nicht nur denkbar sondern auch Diskussionsgrundlage. Ja noch bis vor 18 Jahren gab es einige Länder in der Welt, welche die Wiedervereinigung mit zwiespältigen Gedanken verfolgt haben. Warum werden eigentlich nicht die Daseinsberechtigungen der französischen Kolonien bezweifelt? Was geht Europa eigentlich Israel an? Sollte Europa, oder explizit Deutschland, sich nicht lieber erst mal um die eigenen Kolonien kümmern, denen teilweise noch die Freiheit vorenthalten wird? Sollte man sich nicht erst einmal drum kümmern, Krieg und Massenmord in den eigenen 4 Wänden zu verhindern (siehe Kosovo) ohne auf die mutigen Soldaten der USA angewiesen zu sein? Wenn man dies alles geklärt hat, sollte man dann nicht gemeinsam, europäische Ziele wie die gezielte, wirkungsvolle Förderung von Dritte Welt Staaten angehen? Dann, ja erst dann hat ein Deutscher das Recht, über Israel zu sinnieren. Denn ob es der Deutsche will oder nicht, Israel ist weit, weit weg, hat mit Europa nichts zu tun und die wenigsten Israelis legen irgendwelchen Wert auf den Satz europäischer Politiker, zum Beispiel nach einem Attentat „wir verurteilen das aufs schärfste“. Ich sage nur, lasst Israel in Ruhe und falls man irgendwie vom Inneren getrieben wird etwas über Israel zu denken, zu berichten oder zu fordern,dann bitte erst nach ausgiebiger Information über das Land und die Situation. Der Kenntnisstand aus der letzten Tagesschau, Nazihetzblättern oder aber einem arabischen Verein, kann kaum adäquate, ausgewogene Informationsquelle sein. Israel und Europa haben nichts gemeinsam, außer das beide demokratisch regiert und westlich orientiert sind. Das berechtigt jedoch Europa nicht, ständig den Finger zu heben und zu erklären und zu mahnen, denn schließlich gibt es auch im tiefen Afrika westlich orientierte Demokratien, die vielleicht sogar eine intensivere Einmischung Europa in ihre Belange befürworten würden, aber um die schert sich kein Schwein. Warum also glucken auch gerade die Deutschen so dermaßen auf Israel? Reicht es nicht schon, dass vor zwei Generationen die Deutschen 6 Millionen Juden umgebracht haben? Müssen denn nun auch noch die Kinder und Enkelgeneration da sitzen und mit Sätzen wie der der besonderen Verantwortung um sich schmeißen? Dies bedeutet nichts weiter wie „weil mein Großvater so viele Juden umgebracht hat, muss ich der Enkel, nun in besonderen Maße darauf achten, dass „das Volk der Opfer“ nicht ebenso zum „Tätervolk“ wird. Sehr verdrehte Ansichten sind das, besondere Verantwortung muss anders aussehen anstatt Waffen in den Iran zu liefern und auf Israel mit dem Finger zu zeigen,weil man einen 15 jährigen Muslimen mit einem 25kg Sprengstoffgürtel um den Bauch mit einem gezielten Kopfschuss gestoppt hat. (In den deutschen Medien steht dann „palästinensisches Kind bei israelischem Angriff getötet).

Nichts für ungut, ich halte es wie die meisten Israelis, mir ist Europa mehr oder minder egal. Wenn Europa und die Deutschen sich ständig mit israelischen Federn, oder Kritik schmücken müssen, macht das die Sorgen im von Feinden umringten Land weder schwerer noch leichter.

Seit über einem Monat habe ich einen Termin bei meinem Hausarzt. Montag 15.00Uhr steht auf dem kleinen lustigen Zettelchen, gesponsert von einem großem Pharmaunternehmen. Also stand ich natürlich am Montag punkt 14.50Uhr (ich liebe Pünktlichkeit) am Tresen der Anmeldung. Zuerst wurden mir natürlich 10€ abgeknöpft und nachdem alle Daten ausgetauscht und aufgenommen sind, fragt mich die Schwester ob ich Zeit mitgebracht hätte. Auf die Frage wie sie denn „Zeit“ definiert, da ich ja einen Termin habe, antwortet sie „naja, es sind noch knapp 15 Patienten vor Ihnen dran, 2-3 Stunden wird’s schon dauern“. Also bin ich erst mal wieder in die Spur und habe ein paar Wege erledigt. 17.25Uhr stand ich natürlich wieder auf der Matte. Freundlich wurde ich auf einem separaten Platz, direkt neben dem Arztzimmer verwiesen. Dies lies mich glauben, doch nun wirklich als Nächster dran zu kommen.
Meine Erwartungen konnten leider nicht erfüllt werden, denn erst sage und schreibe 18.50Uhr war ich tatsächlich dran. Damit Niemand etwas falsch versteht. Mein Arzt ist der beste und kompetenteste, den ich bisher kennengelernt habe. Den Schwestern gehört gebührend Respekt gezollt, denn diese Praxis, die an diesem Tag vielleicht um 20.00Uhr geschlossen hat, hatte an diesem Tag auch bereits um 7.00Uhr geöffnet. Die Frage die man sich stellen sollte, was läuft hier eigentlich schief? In Deutschland existieren abstruseste Krankenkassensätze von bis zu 14%! Bei einem schlechtbezahlten Angestellten mit einem Netto von 1.400EUR kann es vorkommen, dass die Personalabteilung schon mal bis zu 800EUR an die Krankenkasse überweist, denn die 14% sind schließlich nur der Arbeitnehmerantei, den der Arbeitnehmer auch ausgewiesen und vom Brutto abgezogen bekommt. Das bedeutet aber längst nicht, dass es damit erledigt ist. Was passiert also mit diesen Geldern? Die Praxisgebühr kann die Arztpraxis ja schließlich auch nicht behalten. Und wenn jemand schon einmal privat krankenversichert war, der weiß das für ein normales, kurzes Behandlungsgespräch beim Arzt nicht mehr als vielleicht 10-20EUR in Rechnung gestellt werden. An den bösen Rauchern oder den durch zu viele Dicken gestiegenen Behandlungskosten kann es auch nicht liegen, denn zum Beispiel in Israel liegt der Beitragssatz real bei knapp 4% und dort kennt man keine Praxisgebühr!

Doch habe ich einen bekannten, angestellter Anwalt bei einer kleinen, regionalen Krankenkasse und was soll ich ihnen sagen, der verdient knapp 20.000€ im Monat, außer Tarif versteht sich von selbst. Ich meine ich gönne das dem, sogar von ganzen Herzen, aber letztendlich liegt da vielleicht der Hase im Pfeffer.
Um allein sein Gehalt zu verdienen, müssen so zu sagen knapp 30 Beitragszahler herhalten. Das damit am Ende nichts mehr für die Behandlung und den Arzt übrig bleibt, ist klar. Das daher Arztpraxen schließen und andere Praxen platzen, ist logische Konsequenz.

Da bleibt mir nur noch der Wunsch:
Bleiben Sie gesund!

Kennen Sie auch den besonderen Typ Mensch, der immer ganz besonders erfolgreich, besonders leidend oder eben einfach nur gaaaanz besonders wichtig ist? Ich habe leider sehr viele davon in meinem Umfeld. Ständig tut man amüsiert, da einem wieder eine ganz unglaubliche (wenn auch jeder weiß das erfundene) Geschichte um die Ohren gehauen wird. Ist das heute normal? Kann man nicht mal seinem Gegenüber entweder nichts erzählen, oder eben auch mal sagen, „Mensch, bei mir läuft zur Zeit alles schief…“, anstatt sonstwas zu erfinden, obwohl jeder weiß, dass die Firma des Typen gegenüber eben geschlossen, der Gerichtsvollzieher im Prinzip schon bei ihm eingezogen, die Frau inklusive Kinder davon gerannt und bei ihm eben Krebs diagnostiziert wurde. Aber nein, Ehrlichkeit ist total out, zeigt Schwäche und jeder der Schwäche zeigt ist eben zu schwach für diese Welt…

Komische Gesellschaft… zu mal ich zu spüren glaube, dass sich dieser Typus Mensch mehrt und weit verbreitet..

Eigentlich sollte man diese Stelle nutzen, um diesen Typ Mensch genauer zu beschreiben, Beispiele zu nennen und ihn genauer zu klassifizieren, ihn zu entlarven. Aber ich glaube mit diesem Thema könnte man einen eigenen Blog eröffnen. Ich werde wohl stattdessen immer mal wieder schreiben, wenn mir ein besonders krasses Exemplar über den Weg läuft und diesen Post, als Eingangspost verlinken…

Kann es sein, dass sich die gute, alte (christliche) Welt, gerade kräftig unterbuttern lässt? Man hat in Europa noch nichts von verheerenden Anschlagsserien, wie in anderer Länder Alltag, gespürt. Madrid und London sind tragische, aber eben Einzelfälle für die es sich nicht lohnen sollte ruckartig, ja nahezu panisch alle Werte und Ideale über Bord zu werfen.

Doch was passiert? Die Regierungen sind die ganze Zeit damit beschäftigt, sich von Privatleuten gedrehten Videos zu distanzieren, treten ununterbrochen und ungefragt in Dialog mit muslimischen Gruppen, um ihnen als Belohnung für ihre extremistischen Ableger, Zugeständnisse zu machen. Kein Wunder, dass kein gehässigster Muslim gegen die Extremisten auf die Straße geht, schließlich bekommt er doch langsam aber sicher einen muslimischen Gottesstaat zwischen dem Saarland und Frankfurt a. d. Oder und das ohne einen Finger krumm zu machen.

Es werden Moscheen aus dem Boden gestampft, muslimische Schulen eröffnet und wo das nicht geht, wenigsten islamischer Unterricht eingeführt. Alles was den selbstverständlich friedvollen Muslim provozieren könnte, wird gemieden, verboten und verpennt.

Der einzige Trost für uns normale EU Bürger kann da nur noch sein, dass nicht auch noch die Buddhisten, Katholiken, Juden, Hindus, Zeugen Jehovas oder Scientologen anfangen, sich irgendwo in die Luft zu sprengen. Ansonsten heißt es noch: „Schaut mal die arme Minderheit da, die hat ja gar keine Wahl, die müssen sich in de Luft sprengen, gebt ihnen was immer sie wollen…“ Fakt bleibt aber, dass sich die demokratischen, glaubensfreien, westlichen Staatengebilde, wohl in der Defensive befinden. Das aber völlig ohne Grund, nur aus Trägheit und Angst- unbegründeter Angst.

Erst kürzlich kam ein neues, nicht allzu beachtetes Gesetz heraus. Dieses setzt fest, dass Autokindersitze erst ab einem gewissen Baujahr gut und damit ganz besonders sicher sind. Das heißt das Kindersitze vor Baujahr 1995, nicht sicher waren. Wurde uns Schrott verkauft?! Die Statistiken über bei Verkehrsunfällen verletzte oder gar getötete Personen der letzten 20 Jahre, sprechen da zwar eine andere Sprache, aber nun begeht man sogar zu einer Ordnungswidrigkeit, falls man noch mit einem alten Kindersitz unterwegs ist.

Kann es denn nicht sein, dass auch wieder dieses Gesetz nicht etwa dem Volkswillen oder der Notwendigkeit, sondern der Feder der Lobbyisten entspricht? Gerade in den letzten Jahren fällt auf, dass in dem Masse in dem die Produkte, an Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und Sicherheit gewinnen auch ein Haufen kurioser Gesetze scheinbar nur unter Anleitung der Lobbyisten auf den Weg gebracht wurde um den Konsum neu an zu kurbeln. Kindersitze der höchsten Sicherheit, die vielleicht 1-2 Jahre im Einsatz waren um dann 3 Jahre im Keller auf ihren nächsten Fahrgast zu warten sind heute nicht mehr sicher? Für einen Top Verdiener sind solche Regelungen kein Thema, schließlich kauf er eh für jeden neuen Zögling, eine neue Komplettausstattung, doch was ist mit der Masse, der Generation 1.000EUR? Wie soll man mal eben 10% seines netto Einkommens aufwenden um einen neuen Kindersitz zu erstehen während der „alte“ doch noch perfekt ist?

Ebenso ist es mit den sogenannten Klimazonen in den Städten, die neue S Klasse mit 6 Zylinder Motor und einem Spritverbrauch von real gut und gerne 25 Litern bekommt freie Fahrt und KFZ Steuererleichterungen da man ja mit dem neuesten Abgasfilter unterwegs ist. Aber der 20 Jahre alte Ford Fiesta der geringverdienenden Kleinfamilie, mit geringerem CO2 Ausstoß und einem um Welten geringeren Verbrauch darf nicht fahren und zahlt sich an sonstigen Kosten dumm und dämlich. Doch warum glaubt man eigentlich fährt eine Familie mit 2 Kindern einen 20 Jahre alten Fiesta? Aus Freude am Fahren? Es läuft wie immer, nie waren Autos so langlebig wie heute, mit solchen Gesetzen werden die alten Rostlauben vom Markt geholt und neue unter die Menschen gebracht nur die meisten wissen noch nicht wie sie das finanzieren sollen.

Vielen Dank an dieser Stelle an die Politik die sich in sicherlich vielen zermürbenden Stunden bei gutem Wein und noch besseren Essen, diese Gesetze hat diktieren lassen.

Wunderbar! Irgendwie klappt es in good old Europe doch immer mit den Brückentagen oder? So hab ich dieses Jahr auch zugeschlagen, den Freitag Urlaub genommen und komme so mit der Investition von einem Tag, zu 4 Tagen frei 🙂

Aber es hat sich nichts geändert sei dem letzten Feiertag, irgendwie sind wir dann doch alle gleich, denn genau wie ich rennen auch alle anderen am Tag vor dem Feiertag in die Läden. Man glaubt sich mit einem 500EUR Schein wedelnd durchs Geschäft schlagen zu müssen um überhaupt noch etwas Essbares ergattern zu können. Einkaufswagen an Einkaufswagen, Mann gegen Mann. Alle in wildester Panik, das schon übermorgen, am Samstag, vielleicht die Geschäfte aufgrund einer Katastrophe nicht mehr öffnen könnten und man vielleicht nicht bis Montag durch kommt…

Parkplatzsuche, mit dem Einkaufswagen durch den Markt, Essen ergattern (von dem am Ende doch Garnichts so wenig vorrätig zu sein scheint), ewig an der Kasse anstehen und dann auf dem nach Hause weg noch ne Stunde im Stau verbringen. Wunderbar…
Bei der so aufkommenden Aggression spürt man doch, dass man noch lebt und wie es aussieht auch zu den besser gestellten Individuen dieses Planeten gehört. Denn die Masse der Menschen auf Erden kennt keine Feiertage und den Rest dessen was wir vor so einem Tag als nervig erleben erst recht nicht. Aber so mancher würde alles dafür geben einmal wie wir 5 Minuten in einer Kassenschlange zu stehen, um dann den Markt mit einem prall gefüllten Einkaufswagen zu verlassen.


Heut gesehen…, ein DHL Fahrzeug, auf der Tür steht nochmal klein „offizieller Partner von DHL“ :-). Also ich weiß nicht, ein so großes, unverkennbar als DHL identifizierbares Fahrzeug, von was soll denn offizieller Partner sein als DHL? Hätt UPS drauf gestanden hätt ich den Türaufdruck verstanden 🙂


Ich lebe in Chemnitz, an und für sich vielleicht nicht die herausragendes Stadt Deutschlands doch Chemnitz verfügt über ein ganz besonderes Stadtviertel, den Kassberg. Der Kassberg ist das größte zusammenhängende Jugendstilviertel Europas.
An lang gezogenen wenn auch dicht bebauten Alleeartigen Straßen reiht sich Stadtvilla an Stadtvilla, alte Wohnhäuser mit Stil und Charakter, Stuck reichen Verzierungen gesäumt von breiten Fußwegen und kleinen Vorgärten. Fast alle Carree`s verfügen über große Sonnendurchflutete Grünflächen und Gärten. In eben einem solchen Carree bewohnen wir eine Erdgeschosswohung mit anschließendem Großzügigem Gemeinschaftsgarten. Dieser wird ausgiebig von der gesamten Hausgemeinschaft zum Grillen, lernen, sitzen und quatschen genutzt. An den Garten anschließend stand eine kleine Werkstattruine hinter der sich, vernarb der Blick aller Karreebewohner ein ganz besonders seltenes Biotop verbarg. Oft bin ich mit meiner Frau durch die gähnenden Fensteröffnungen gestiegen um durch einen verfallenen Werkstattraum in den dahinter liegenden Hof zu gelangen. Dort standen seit bestimmt 20 Jahren von Menschenhand unberührt Apfel-, Pflaumen- und Birnbäume, Himbeersträucher so dicht das es schon fast an einen Urwald erinnerte. Tief im Dickicht des bestimmt 1000qm messenden Areals konnte man in so manchem Baum ein altes morsches Baumhaus entdecken, oder einen alten Gartenschuppen. Alles roch sehr alt und in eben diesem Paradies konnte man für die heutige Innenstadt unglaubliche Tiere beobachten. Schwalben, riesige Schmetterlinge, Eichelhäher, Spechte, Eichhörnchen. Mir schien es als hätten sich einfach alle aus der Chemnitzer Zivilisation verdrängten Tierarten an diesem Ort versammelt um von den Menschen unbehelligt zu leben.

Im Herbst dann kamen die Bagger und rissen alles binnen 2 Wochen ab, 2 weitere Wochen später verfügte unser Carree über 80 Parkplätze. Niemand hatte sich gewehrt oder die Stimme erhoben, ich glaube es hat auch niemand von diesem traumhaften Ort gewusst. Mit dem geheimnisvollen Garten haben auch die Schmetterlinge und Eichhörnchen unser Carree verlassen. Dafür gibt es für je 30EUR recht preiswerte Stellplätze. Das schlimmste daran, ich habe auch einen…