Wunderbar! Irgendwie klappt es in good old Europe doch immer mit den Brückentagen oder? So hab ich dieses Jahr auch zugeschlagen, den Freitag Urlaub genommen und komme so mit der Investition von einem Tag, zu 4 Tagen frei 🙂

Aber es hat sich nichts geändert sei dem letzten Feiertag, irgendwie sind wir dann doch alle gleich, denn genau wie ich rennen auch alle anderen am Tag vor dem Feiertag in die Läden. Man glaubt sich mit einem 500EUR Schein wedelnd durchs Geschäft schlagen zu müssen um überhaupt noch etwas Essbares ergattern zu können. Einkaufswagen an Einkaufswagen, Mann gegen Mann. Alle in wildester Panik, das schon übermorgen, am Samstag, vielleicht die Geschäfte aufgrund einer Katastrophe nicht mehr öffnen könnten und man vielleicht nicht bis Montag durch kommt…

Parkplatzsuche, mit dem Einkaufswagen durch den Markt, Essen ergattern (von dem am Ende doch Garnichts so wenig vorrätig zu sein scheint), ewig an der Kasse anstehen und dann auf dem nach Hause weg noch ne Stunde im Stau verbringen. Wunderbar…
Bei der so aufkommenden Aggression spürt man doch, dass man noch lebt und wie es aussieht auch zu den besser gestellten Individuen dieses Planeten gehört. Denn die Masse der Menschen auf Erden kennt keine Feiertage und den Rest dessen was wir vor so einem Tag als nervig erleben erst recht nicht. Aber so mancher würde alles dafür geben einmal wie wir 5 Minuten in einer Kassenschlange zu stehen, um dann den Markt mit einem prall gefüllten Einkaufswagen zu verlassen.


Ich lebe in Chemnitz, an und für sich vielleicht nicht die herausragendes Stadt Deutschlands doch Chemnitz verfügt über ein ganz besonderes Stadtviertel, den Kassberg. Der Kassberg ist das größte zusammenhängende Jugendstilviertel Europas.
An lang gezogenen wenn auch dicht bebauten Alleeartigen Straßen reiht sich Stadtvilla an Stadtvilla, alte Wohnhäuser mit Stil und Charakter, Stuck reichen Verzierungen gesäumt von breiten Fußwegen und kleinen Vorgärten. Fast alle Carree`s verfügen über große Sonnendurchflutete Grünflächen und Gärten. In eben einem solchen Carree bewohnen wir eine Erdgeschosswohung mit anschließendem Großzügigem Gemeinschaftsgarten. Dieser wird ausgiebig von der gesamten Hausgemeinschaft zum Grillen, lernen, sitzen und quatschen genutzt. An den Garten anschließend stand eine kleine Werkstattruine hinter der sich, vernarb der Blick aller Karreebewohner ein ganz besonders seltenes Biotop verbarg. Oft bin ich mit meiner Frau durch die gähnenden Fensteröffnungen gestiegen um durch einen verfallenen Werkstattraum in den dahinter liegenden Hof zu gelangen. Dort standen seit bestimmt 20 Jahren von Menschenhand unberührt Apfel-, Pflaumen- und Birnbäume, Himbeersträucher so dicht das es schon fast an einen Urwald erinnerte. Tief im Dickicht des bestimmt 1000qm messenden Areals konnte man in so manchem Baum ein altes morsches Baumhaus entdecken, oder einen alten Gartenschuppen. Alles roch sehr alt und in eben diesem Paradies konnte man für die heutige Innenstadt unglaubliche Tiere beobachten. Schwalben, riesige Schmetterlinge, Eichelhäher, Spechte, Eichhörnchen. Mir schien es als hätten sich einfach alle aus der Chemnitzer Zivilisation verdrängten Tierarten an diesem Ort versammelt um von den Menschen unbehelligt zu leben.

Im Herbst dann kamen die Bagger und rissen alles binnen 2 Wochen ab, 2 weitere Wochen später verfügte unser Carree über 80 Parkplätze. Niemand hatte sich gewehrt oder die Stimme erhoben, ich glaube es hat auch niemand von diesem traumhaften Ort gewusst. Mit dem geheimnisvollen Garten haben auch die Schmetterlinge und Eichhörnchen unser Carree verlassen. Dafür gibt es für je 30EUR recht preiswerte Stellplätze. Das schlimmste daran, ich habe auch einen…

Am Frauentag wird das weibliche Geschlecht hofiert, beschenkt, es gibt Blumen, Vorträge, feierliche offizielle Zeremonien und die Altersheime sind voller Besucher…

Und am Männertag? Saufen, kotzen, rotzen und schlagen sich die wilden Kerle mit Bollerwagen und 2,3Promille durchs Geäst. Unfälle, Schlägereien, Ausschreitungen und Alkoholvergiftungen in gesteigertem Maße sind alle Jahre wieder die Folge.

Kann es denn sein, dass während der Frau zu Recht für Ihre aufopfernde Rolle als Mutter, Hausfrau oder einfach dafür das sie ein liebevolles Geschöpf ist gedankt wird, auf des Mannes Habenseite rein gar nichts verbucht ist? Ist also der Mann nur ein wilder egoistischer Hirmi, welcher das ganze Jahr gerade mal so in Zaum gehalten werden konnte, um an diesem einem Tag aber mal so richtig die Sau raus zu lassen? Ich glaube eher nicht! Ich bin für Blumen, Kuchen und ein kleines Glas Whiskey (natürlich am Abend) für die Männer an diesem Tag. Für Ihre Verdienste als Papa, Hausmann, oder auch eben in ihrer ja noch hauptsächlichen Rolle als Ernährer der Familie.

Endlich…, nach dem Entführungsfall Kampusch, läuft nun „Die Entführung“, 2te Staffel. Diesmal erweitert um die Option Inzest, inszeniert in einem Verlies wie in einem Horrorfilm.
Anstatt sich einem solchen tragischen Einzelschicksal still und pietätvoll zu nähern, belagern hunderte Journalisten den Ort des Verbrechens. Aus einem „tragischen Fall familiärer Gewalt“, wird so ein „SEX DRAMA“, die perfekte Schlagzeile um Kasse zu machen.

Solche Schlagzeilen lassen den gewöhnlichen mitteleuropäischen Kleinperversen, seine eigenen unterdrückten Gewalt-, Sex-, oder Horrorfantasien beflügeln und sorgt für ein klein bisschen Gänsehaut im Verwaltungsjob.

Das Thema wird ausgeschlachtet und gehofft, dass bald wieder ein noch dramatischerer Fall entdeckt wird. Denn mal ganz ehrlich, nach der nun ausgestrahlten zweiten Staffel, könnte man doch mit einer Kampuschgeschichte kein Geld mehr machen, oder? Nein, zum jetzt hinzu gekommenen „Profiverlies“ und dem Faktor „Inzest“ müssten als nächstes schon Außerirdische, Bankraub oder vielleicht ein heiliger Gral im Besitz des Täters dabei sein.

Noch ein kleiner Fakt zum Abschluss, mit dem Verkaufsumsatz des Buches zur Entführungsstory Kampusch hätten tausende Menschen ein Jahr lang über die Welthungerhilfe ernährt werden können. Aber was zählen schon tausende Afrikaner gegen dieses geile SEX DRAMA…

Seit ein paar Wochen ist es wieder soweit, der gebeutelte Wohlstandsgermane hat wieder einen Grund sich für eine Minderheit einzusetzen…

Diesmal hat es die Tibeter erwischt. Obwohl kaum einer Tibet auf der Landkarte zeigen kann, geschweige denn etwas über die Größe, Geschichte oder Vergangenheit dieses Fleckchen Erde weiß, weiß doch aber jedermann, dass Tibet befreit werden muss- von China.

Mehr Backgroundwissen hat Niemand, aber irgendwie ist die Geschichte so verdammt cool, so ein wenig etwas von David gegen Goliath. Das kleine friedliche Bergvölkchen der Tibetischen Mönche, vermutlich seit vielen Jahren ausgebeutet von der bösen „gelben Gefahr“. Man hat einen neuen Feind und dank des weltweit perfekt organisiert arbeitenden Propagandanetzwerkes der Tibeter, auch einen neuen David, dem es die Verbundenheit auszusprechen gilt, um das Böse in der Welt so zu bekämpfen.

Da niemand weiß was der Ursprung des Konfliktes, die Wahrheit der vermeintlichen „Besetzung“ oder aber auch was der Grund Chinas ist sich gegen die Eigenständigkeit Tibets zu sperren, ist es einfach und irgendwie vielleicht sogar schon „in“ oder „trendy“, so wie der Sommertrend von bunten Flipflops, sich bunte Tibetfahnen in die Heckscheibe zu kleben.

Man möge sich hingegen den durchschnittlichen, sicherheitsüberbedürftigen und wohlstandsverwöhnten Deutschen vorstellen, wenn sich morgen die Sorben in Dresdner Einkaufspassagen in die Luft sprengen, um ihre Eigenständigkeit zu erhalten. Oder was wäre wenn unsere Großeltern beziehungsweise auch die Enkel für Ihre Ahnen, Königsberg zurückfordern würden, in dem sie Autos in Berlin anzünden. Was würde denn der Deutsche dann per Volksentscheid (wenn er das denn könnte) abstimmen? Gebt jedem was er will? Dann Europa ade, Staatenbildung ade, zurück zu Stadtstaatenmodellen wie im Mittelalter…

Aber ich glaube bei der Einmischung Europas in solche Themen wie Palästina, Tibet und anderen Regionen geht es eigentlich gar nicht darum, Zusammenhänge zu bewerten die man nicht versteht. Es gehört vielleicht einfach irgendwie dazu, sich einmal für eine Minderheit eingesetzt zu haben, was Gutes getan zu haben und seine Stimme zu erheben für ein Thema wo nichts schiefgeht und sich für einen selbst nichts ändert, denn wenn es anders wäre hätten die Basken, die Nordiren und viele andere kleine europäische Völker schon ihr eigenes Land, aber da schauen wir lieber nicht hin, auch wenn es brennt…

Gute Nacht Europa und hoffentlich fordert morgen nicht Al Kaida Berlin als Hauptstadt. Am Ende denken die Franzosen noch „free Berlin“

Ja, heute war endlich der erste richtig schöne und vor allem Wochenendtag des Jahres. Wir und vor allem die ganzen Chaoten aus unserem Haus haben den Tag draußen im dem Haus angeschlossenen Garten verbracht. Auto waschen :-), Kuchen im Freien, rumlabern und im Anschluss schön grillen…

In diesem Sinne, hoffe ich mal inständig auf die Klimaerwärmung 2008 und drücke die Daumen für einen Extra heißen Sommer.

PS: neuesten Erkenntnissen zu Folge soll ja der neuerliche Extreme Eingriff des Menschen in die Natur (diesmal initiert von den Grünen und einer Menge durch die Propaganda gleichgeschalteter Ökoaktivisten) die Klimaerwärmung beschleunigen. Der Grund: aufgrund der plötzlich in Europa sauberer werdenden Luft können die Sonnenstrahlen die sonst durch Smog abgehalten wurden ungehindert zur Erde gelangen. In diesem Sinne- ich bin erstmals mit dem OTTO Katalog auf den Knien im Liegestuhl und suche ein neues Schwimmbecken für die Gartensaison 2008…