Ich bin Passatfan. Nein, ich meine nicht die Winde, sondern das Modell des Autoherstellers Volkswagen. Jedoch muss ich weiter einschränken. Ich mag nicht etwa die neuen, rund gelutschten Passat, sondern die alten, kantigen, 80iger Jahre Stahlkloben.

Ein solcher VW Passat 32b (Baujahr 1979) war mein erstes Auto, wenn auch nur für kurze Zeit. Diese knappen 7 Monate haben aber ausgereicht um eine weitreichende Liebe zu Fahrzeugen dieses Typs zu entfachen. Diese Liebe reicht soweit, dass ich mir vor wenigen Monaten für relativ viel Geld eben wieder so ein Exemplar in Top Zustand zugelegt habe.

Aber auch heute scheine ich nicht mehr Glück zu haben wie damals bei meinem ersten. Schon 2 Monate nach Erwerb des Schmuckstücks hat der kleine Familienrat beschlossen, das 900EUR Versicherung und monatlich 60EUR für einen Stellplatz einfach zu viel sind, für ein Fahrzeug das kaum gebraucht und selten bewegt wird. Gerade angesichts unseres ersten und eben zur Welt gekommenen Sohnes, der die Haushaltskasse eh schon schrumpfen lässt.

Also habe ich die letzten 2 Monate versucht, mit einer Träne im Knopfloch, diesen Schatz wieder in gute Hände zu bringen. Im Hinterkopf dabei immer die 1.000EUR + knapp 600EUR (für Instandsetzung) die mich der Wagen selbst gekostet hat. Nach unzähligen Schief gegangenen Anläufen, war es gestern nun auch soweit, der in Deutschland scheinbar einzige Interessent (zumindest für den von mir geforderten Mindestpreis von 800EUR) für diesen Wagen kam extra mit dem Zug aus dem 350km entfernten Berlin angereist um den Passat zu kaufen und mit zu nehmen.

Noch am letzten Wochenende hab ich ihn daher kräftig geputzt, die Technik gecheckt und für die Übergabe fertig gemacht.
Und was passiert…?

Der Käufer kommt, prüft, ist zufrieden, gibt mir das Geld um mit dem Wagen davon zu fahren! Soweit so gut, hätte er nicht 20min. später angerufen das er an der nächsten Tanke steht, er den Wagen betankt hat und das gute Stück nun nicht mehr anspringt….

Nach langem hin und her also hin zur Tanke und den Käufer samt Wagen wieder zurück auf meinen Parkplatz geschleppt. Gefolgt von langem, Erfolglosem technischen rumprobiere- mündend in eine Rückabwicklung des Kaufvertrages das der zu verkaufende Gegenstand ja nicht mehr funktioniert… 🙁

Der Käufer vergisst natürlich nicht mir im Prinzip auch berechtigt zur Rückerstattung des Kaufpreises, 150EUR für seine Aufwände ab zu knöpfen….

Kaum war der Käufer, sichtlich angesäuert wieder in Richtung Bahnhof verschwunden um die Heimreise an zu treten, setz ich mich in den Wagen um gelangweilt am Zündschloss zu spielen…

und…, er läuft…

Nun wartet meine zickige Diva auf den nächsten Kunden, den bekommt sie aber nicht zu sehen bevor die Werkstatt mal über die über 20 Jahre alte Technik gesehen hat….

In meinem ersten regulären Eintrag möchte ich mich gleich einmal outen. Nein, mein Name ist eigentlich nicht Leonard Goldmann. Warum ich dann unter diesem Name einen Blog eröffne? Ganz einfach, zum einem mag ich es nicht besonders wenn unter Eingabe meines Namens bei Google direkt jeder mir völlig Fremde all meine im Internet hinterlassenen Spuren aufnehmen und verwerten kann.
Ich weiß, im Prinzip beißt sich dieser Gedanke ein wenig mit dem Grundprinzip eines Onlinetagebuches wie diesem, aber ich glaube dass jemand der mich kennt, versteht warum ich es so handhabe. Andere Leute, die mich nicht kennen und trotzdem diesen Blog vielleicht sogar regelmäßig besuchen, kann es im Prinzip gleich sein ob ich nun Leonard oder Paul heiße 🙂

Darüber hinaus bin ich deutscher und Jude, aber einer der Deutschland verlassen möchte und dann auch nach Israel. Ohne weitere Erklärung ist dies ein weiterer Grund nicht für jeden Identifizierbar zu sein.

last but not least- stehe ich eh schon genug im Netz und möchte nicht, das jeder Kunde oder Geschäftspartner, sich zwangsläufig verpflichtet fühlt diesen Blog zu lesen und mich vielleicht jeden morgen mit meinen eigenen Gedanken oder Erlebnisses konfrontieren zu müssen glaubt.

Also, wer mich nicht kennt, dem Zeige ich immerhin mein Gesicht und meine Gedanken, das ist doch schon einmal ne Menge- Hallo an euch, nennt mich Leonard.

Die die mich kennen und mich vielleicht am Foto erkannt haben- Hallo ebenfalls, ich hoffe Ihr versteht warum ich hier unter Synonym auftrete- und nennt mich wie ihr wollt, Leonard oder eben auch …

Mein Name ist Leonard Goldmann, ich komme aus Sachsen und bin 28 Jahre alt.
Geboren und aufgewachsen in Deutschland, bin ich doch froh das meine Tage hier gezählt sind und ich in hoffentlich wenigen Monaten mit Frau, Kind und Hund nach Israel, dem gelobtem Land 🙂 auswandern werde. Dieser Schritt ist lang geplant und noch länger herbeigesehnt.

In diesem Blog will ich nun über meine letzten Erlebnisse hier in Deutschland, sowie vielleicht sogar die ersten in der neuen Heimat verarbeiten.

Vielleicht hilft diese Art von Tagebuch meinem Umfeld, meiner Familie und meinen Kollegen mich besser zu verstehen….

In diesem Sinne,
viel Spaß beim lesen
Leonard Goldmann