Eva Herman, oder das Gute in uns?

Mehr als drei Wochen nun ist das furchtbare Unglück der Duisburger Massenpanik her. Dank stundenlanger Live Berichterstattungen während und nach der Love Parade, ist die sprichwörtliche Sau auch schon durch die Medien getrieben worden und taugt allenfalls noch als Vormerkthema für den Jahresrückblick. Das Einzige worum es nun noch geht, ist die Frage wann welcher Politiker durch wiederrum welchen ersetzt werden soll.

Ich möchte mich rückblickend, in diesem Zusammenhang, aber einem anderen Skandal widmen. Nämlich dem über die Äußerungen Eva Hermans zu diesem Event. Wenn man sich heute, mit halbwegs ruhigem Gemüt Ihren Artikel erneut durch liest und dann die völlig verzerrende Medienreaktion betrachtet, wird klar, dass es sich bei Eva Herman nicht etwa um eine Frau mit streitbarer Meinung , sondern ganz einfach um eine Frau MIT eigener Meinung, die aber der weichgekochten Gutmenschen Stimmung widerspricht, handelt. Damit trifft sie die gesamte Wucht der Medien und das wieder und immer wieder.

Ist denn das was sie schreibt so falsch?
„…Viele der Partygäste wirken auch in diesem Jahr bereits lange vor dem Unglück wie ferngesteuert. Betrunken oder vollgekifft, mit glasigen Blicken, wiegen sich die dünn bekleideten Körper in rhythmischem Zucken wie in Trance…“

„…Zudem, das wird auch schnell deutlich, birgt das »friedliche Fest fröhlicher, junger Menschen« in Wirklichkeit eine Menge Aggressionspotential. Der Alkohol und die Drogen wirken schnell, viele kommen bereits am Nachmittag in völlig verglastem Zustand an. Unkalkulierbar reagieren sie teilweise, als die Sicherheitskräfte eingreifen. Später wird sich herausstellen, dass an dem eingedrückten Zaun, an dem die »geilen Raver« (O-Ton BILD) von den Sicherheitskräften vorbeigeleitet werden sollten, die Wut sich entlud. Denn die Partygäste wollten sich eben nicht umleiten lassen… „

Oder auch:

„… Liebe.« Selten wurde ein Begriff mehr durch den Dreck gezogen als bei der Loveparade. Man fragt sich verzweifelt, welche Definition von »Liebe« die jungen Menschen durch derartige und leider selbstverständlich gewordene Falschbezeichnungen für das eigentlich Schönste und Höchste in dieser Schöpfung erhalten müssen?“

Ich war selbst auch 1997 auf der Loveparade. Es hat Spaß gemacht, jedoch muss ich klar, der Beschreibung Hermans zustimmen. Es ging um Drogen, Sex, saufen und das berühmte „über die Stränge schlagen“- das Ganze am besten bis der Notarzt kommt. Die Tatsache, dass sich eine gigantische Masse trifft um dies aus zu leben, sollte es nicht besser machen.

Ob man nun Hermans religiösen Grund O-Ton hören oder verstehen will, spielt keine Rolle, denn das ist und darf ihre Meinung bleiben. Ob das der Bild Zeitung gefällt ist dabei keine im Grundgesetz festgesetzte Voraussetzung. Also wer kann mir erklären was genau an Hermans Artikel falsch, oder empörend sein sollte?

4 Kommentare

  1. Ausserdem ist es so , das ein mit Drogen hochgeputschter Kreislauf wohl schneller kollabiert wie ein normaler….

    Damit will ich aber den Opfern rein garnichts unterstellen.

    Eine absolute Tragödie , die sich aber überall jederzeit wiederholen kann…..

    Eva Herrmann hat seit ihrem Statement über die Familienpolitik im dritten Reich eh einen negativen Focus auf sie gerichtet……..

    Sie hätte die Aussage gerade im Hinblick auf vergangene Erfahrungen,etwas , sagen wir gewählter treffen können……….

    Aber die Wahrheit spielt in dem Falle eh keine Rolle sondern verschwindet im Schatten der Emotionen und Opferschlagzeilen, die die Schicksale bis ins kleinste ausschlachten……

  2. Ich sehe das eben genau so. Die Herman hatte auch in ihrer Familiendebatte Recht. Ich würde nicht mal soweit gehen zu sagen sie hätte sich falsch ausgedrückt. Es gibt nun mal Dinge die stimmen, auch wenn unsere verdrehte Gesellschaft nicht denkt, dies sagen zu dürfen. Dazu gehört eben auch das Adolf Hitler für Autobahnen gesorgt hat, damals die besten Panzer und U-Boote gebaut hat und eine gesunde Familienpolitik gefördert hat. Selbstverständlich hat er das aus verwerflichen Gründen und mit dem Blick auf kranke Ziele getan. Auf derselben Autobahn auf der Gefangene transportiert wurden, fahren wir aber eben heut gerne in den Urlaub.

  3. Sehe ich auch so…….
    Und ein wenig fehlt das heute mit dieser Familienpolitik, natürlich anders motiviert.

    Wenn ich mir die Jugend von heute anschaue, schauderts mich oft.
    Am schlimmsten finde ich den Sprachverfall……..

    Ich bin selbst erst Anfang 30 und war kein Kind von Traurigkeit, aber die Kluft zwischen den Generationen wir deutlicher denn jeh…..vor allem die Weichspülverdummungspolitik, funktioniert sehr gut……..

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