1.000 Tote

Mehr als 1.000 Menschen kamen bisher bei den Anhaltenden Drogenkämpfen in Mexiko ums Leben. Dabei handelt es sich indiskutabel mehrheitlich um im Einsatz gefallene Polizisten, oder Zivilisten. Diese 1.000 Opfer gibt es nur, weil zum Beispiel deutsche Politiker mit Kokain verhaftet werden. Dort, fernab in Südamerika, tobt eine von uns kaum wahrgenommene Schlacht um Drogen die in der EU und USA Milliardenwert haben. Solange hier keine effektive Bekämpfung des Drogenhandels stattfindet, solange „rechnet“ es sich für die Drogenbosse dort, noch Menschenleben zu opfern.

Mehrere tausend Opfer kostete im letzten Jahr die Flüchtlingsbewegung des afrikanischen Kontinents in das gelobte Land Europa. Verantwortlich für die Todesopfer sind jedoch nicht etwa Stürme auf dem Mittelmeer sondern die EU Politik in doppeltem Maße. Zum einen beschneidet die europäische Agrar- Fischerei- und Förderpolitik die Selbstbestimmung und Entwicklung des schwarzen Kontinents, zum anderen sorgt die aggressive Abschottungspolitik dafür dass nur ein Bruchteil der Flüchtlinge eine Überlebenschance hat. In extrem überfüllten Lagern, wie dem italienischen Lampedusa, vegetieren so mehr als 1.000 afrikanische Flüchtlinge bei erschütternden Bedingungen vor sich hin. Ausbruchsversuche werden stets niedergeknüppelt und geschossen. Auch ein letzte Woche ausgebrochenes Flächenfeuer in einem der Lager sorgte zwar für viele Verletzte doch nicht für einen Aufschrei in der Bevölkerung.

All dies sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit als direkte Folge der EU, doch wisst ihr was wirklich europäisch ist? Wir schieben diesen ganzen Quatsch zur Seite und kümmern uns erst mal um die 1.000 Tote im Gaza Krieg. Wir haben damit zwar nicht die Bohne zu tun, doch muss es doch möglich sein auch nur einem der toten seine Kalaschnikow zu entreißen um ihn so als definitiv ziviles Opfer ausweisen zu können. Dann können wir uns endlich hinstellen und von unseren Verfehlungen ablenken in dem wir sagen „also die Demokratie dort, die ist Böse, die tötet…“

2 Kommentare

  1. Hm, bei deinen Beiträgen denke ich beim lesen oft so sachen wie „jaa“ oder „genau meine meinung“… um dann am schluss doch wieder festzustellen, dass es eh immer auf das selbe thema hinausläuft.
    Die ersten beiden teile und ein flammender appell vor den wirklichen problemen dieser welt nicht die augen zu verschließen, hätten es wahrscheinlich auch getan.
    Denn wenn du argumentativ herleitest, warum der Krieg im Gazastreifen deiner Meinung nach gerecht/richtig/keine Menschenrechtsverletzung/etc. ist oder war, dann verstehe ich das (ich muss da ja nicht deiner Meinung sein, aber ich verstehe dich).
    Aber ich finde nicht das man Unrecht gegeneinander aufwiegen kann, denn Unrecht bleibt Unrecht, weswegen eine Argumentation auf dieser Ebene äußerst schwierig ist (meiner Meinung).
    Denn natürlich sind die 1000 Toten in Gaza im Vergleich zu den 500.000 damals in Ruanda (die sowohl von der EU, als auch von der UN gekonnt ignoriert wurden) nur Peanuts, aber Unrecht bleibt Unrecht.
    Und natürlich ist es heuchlerisch, den Gaza Krieg lautstark zu verurteilen und die von dir erwähnten Dinge zu ignorieren, oder schlimmer noch, gar zu fördern, aber deshalb wird der Krieg in Gaza ja nicht richtiger…
    Ist schwer dass was ich meine zu formulieren, aber hoffe du verstehst mich halbwegs. Es geht mir hier nicht um Meinungen, denn ich weiß ja, dass der Krieg deiner Meinung nach gerecht war und das ist auch ok, aber ich finde die Argumentation in Form von Gegenüberstellungen und Relativierungen dieser Art ein wenig problematisch.
    Ende.

  2. Verstehe gut was du meinst. Wenn ich mir das so nochmal durch lese, muss ich wohl gestehen, das der Post viel zu früh und erst halbfertig on gegangen ist.

    Eigentlich wollte ich diesen ganzen Quark jetzt löschen, aber ich lass das mal (gerade jetzt mit meinem und deinem Comment) stehen und verbuche es unter dem Motto- Quark erzählt- ich steh dazu 🙂

    Die Kernaussage sollte letztendlich in die von dir angesprochene Richtung gehen. Es geht nicht etwa darum Gaza auf zu rechnen oder zu erklären. Sondern es geht darum darauf aufmerksam zu machen, welche Energien wir bereit sind auf zu bringen wie für Gaza, obwohl das wirklich nicht unser Bier ist. Während wir in Gegenden wo wir wirklich was tun könnten einfach wegschauen…

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