Autokauf im Jahr 2009; Teil I

Mein heißgeliebter „Dicker“, unser Chrysler Grand Voyager hat ein Problem an seinem großem Herzen, dem Motor. Die Reparatur dessen scheint jedoch so teuer zu werden, dass es sich lohnt darüber nach zu denken, ein Kameradenschwein zu werden, die Umweltprämie ab zu greifen und unseren treuen Gefährten verschrotten zu lassen. Um mich wenigstens mal ein wenig zu informieren, hatte ich also schon Montag begonnen Autohäuser nach einem würdigen Nachfolger unseres Busses ab zu suchen. Mit dem Gedanken im Kopf, mir ein Auto kaufen zu wollen, wähnte ich mich in Autohäusern sicher und dachte auch willkommen zu sein, aber weit gefehlt. In ausnahmslos allen in Chemnitz und Freiberg angesteuerten Verkaufsstellen wurde ich von auffällig wiederlich gegelten und dreist unhöflichen Verkäufern zusammen gestutzt. „Alle würden jetzt, wegen der Prämie, Autos kaufen“, man „hätte zu viel zu tun“, „keine Zeit“, „müsse erst mal Pause machen da der Stress so groß sei“.

Als ich dann doch irgendwann die Gnade eines dieser schmierigen Typen fand wurde sich fast schon über mich lustig gemacht, wie ich denn dazu kommen würde, hier in diesem Autohaus ein Fahrzeug erwerben zu wollen. Es wäre alles ausverkauft und basta. Ich hätte früher kommen müssen, oder solle eben ein Auto bestellen das dann im Juli geliefert wird. Die Nachfrage ob sich denn nicht noch ein gammeliger Jahreswagen auf dem Hof befinde wurde mit einem an Wucher grenzenden Angebot quittiert. Am Ende habe ich dann noch einen Händler gefunden der freundlich und ehrlich war. Zwar in Oelsnitz, aber immerhin. Der konnte mir auch prompt das gewünschte Fahrzeug anbieten. Jetzt muss ich aber erst mal drüber schlafen und dann schauen wir weiter.

Unabhängig davon ist mir jedoch klar geworden warum es denn Autohäusern so scheiße geht. Es langt eben nicht einen Glastempel für 5 Millionen in die Landschaft zu setzen und Hauptschüler mit einem Monatsgehalt von 3.000EUR aus zu statten. Es kommt nicht nur auf ein schmieriges lächeln und das denken an die eigene Provision an, sondern auf Ehrlichkeit und wirkliche Freundlichkeit. Darüber hinaus. Wenn es der Branche ja zweifellos so schlecht geht, warum mault man dann die Kunden an wenn doch mal viele da sind? Kommt man da nicht besser mal richtig ran zu klotzen?

Aber so ist es eben in Deutschland häufig bei großen Konzernen. Top Gehalt, Viel Urlaub, bei 28 Stunden Woche und dann maulen wenn man mal ne halbe Stunde länger machen muss. Unter diesem Aspekt kann man die Finanzkrise als reinigendes Sommergewitter verstehen.

2 Kommentare

  1. Es wäre schön, wenn du die 28 Stunden ein wenig konkretisieren würdest….
    Mir ist keine Gruppe bekannt, die bei Vollzeit so wenig arbeitet und noch ein gutes Gehalt bekommt…

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