Verehrter Herr Schreiber,

schon frühzeitig begann ich Ihren Weg beeindruckt zu verfolgen. Zu Faszinierend fand ich den Werdegang vom Sohn einfacher Eltern, zu einer der schillerndsten Waffenhändler und Millionäre unserer Zeit. Noch viel mehr interessierte mich aber schon damals das fein gesponnene Netz zwischen Wirtschaft, Politik und Justiz das sie geradezu repräsentierten.

Sie haben nun ihr Leben gelebt, sind ein alter Mann. Sie haben das Beste daraus gemacht und ich glaube sie sind ganz zufrieden, wenn sie doch nur nicht in so manche Parteipolitische Macht und Grabenkämpfe geraten wären.
Die letzten 10 Jahre haben sie ja irgendwie nur damit zu gebracht, einer Auslieferung nach Deutschland und der damit verbundenen Strafverfolgung zu entgehen. Und nun ist es soweit, sie sitzen in deutscher U-Haft. Ich möchte Ihnen ermutigend eines zu rufen- lassen Sie sich nicht unterkriegen, sie haben keine Straftaten begangen, sondern ein marodierendes Gebilde genutzt. Heute soll ihnen ein Innenminister den Prozess machen, der noch vor 10 Jahren nach ihrem Schmiergeld lechzte? Lächerlich…
Der Sie heute verfolgende Staatsanwalt ist entweder ein genialer Gerechtigkeitsfanatiker, oder auch nur ein Spielball unseres Politgeklüngels das über Ihren Kopf ein politisches Scharmützel austragen will um der anstehenden Wahl einen Hieb zu versetzen.

Rechtfertigen Sie ihr tun und geben Sie das was Sie von der Gesellschaft bekommen haben zurück, in dem Sie die ganze korrupte Bande hoch gehen lassen. Packen Sie aus, am besten noch vor der Wahl! Erzählen Sie wie es war mit Herrn Schäuble, Herrn Kohl und wer nicht noch alles mit verstrickt war. Sie haben die Macht Deutschland vom Joch einer halb-Diktatur zu befreien. Das sind Sie der deutschen Gesellschaft schuldig.
Hochachtungsvoll
L.G.

Seit Wochen müht sich die deutsche Gesellschaft vergeblich an der Dienstwagenaffäre der Ulla Schmidt ab, doch was gibt es da eigentlich zu diskutieren? Es ist die deutsche Justiz die besagt das ein Vergehen ein Vergehen ist, unabhängig davon wie schwer, es muß geahndet werden. Sicherlich steht einem deutschen Minister der Dienstwagen uneingeschränkt zu, doch anstatt sich in Diskussionen zu verlieren, ob der Einsatz des Dienstwagens nun 3.500€ oder 9.900€ gekostet hat sollte man sich einfach 2 folgende Feststellungen zu Gemüte führen.

Die Tatsache das:

  1. ein Dienstwagen 5.000km an den Urlaubsort geschickt wird, obwohl man selbst geflogen ist und man vor Ort Botschaftsfahrzeuge in Anspruchnehmen kann

und

  1. nicht eben nur ein Fahrzeug 5.000km weit transportiert wurde, sondern auch der Chauffeur, dessen Kind und Sicherheitspersonal

entspricht in etwa dem was man landläufig als „Bereicherung“, oder „Mißbrauch“ bezeichnet. Allem vorran ist es noch dumm und angesichts der Situation in der sich Deutschland befindet moralisch einem Politiker nicht entsprechend. Was gibt es hier also zu debatieren? Versucht man mal wieder was aus zu sitzen? Frau Schidt krallt sich mit aller Macht an ihren Stuhl. Doch eines ist klar, in einer funktionierenden Demokratie gäbe es nur den Rücktritt.