Vor knapp 7 Jahren habe ich mir meine erste, so richtig große Neuanschaffung ins Haus liefern lassen. Es war ein Thomson 52J S, ein Fernseher mit Sage und schreibe 149cm sichtbarem Bild in der Diagonale. Das war nicht etwa ein großes Gerät, nein es war ein Monster. Prall gefüllt mit Funktionen und einer eingebauten Soundanlage, die so manchen HIFI Fan schwärmen lassen würde.
Von da ab war Fernsehen ein Genuss. Das Bild wie im Kino und den Sound als säße man im wahrsten Sinne des Wortes mittendrin statt nur dabei.

Wir wurden schnell Home Cineasten, liehen DVDs, buchten Premiere und schafften es an so manchem kalten Wintertag auf 3 Spielfilme pro Nacht.
Irgendwann kam dann noch eine Satellitenschüssel dazu, die das verfügbare Fernsehprogramm mal eben von 30 auf 1.500 Kanäle erweiterte. Es gab einfach immer etwas zu sehen.
Ich bemerkte schnell wie der frühkindliche vorm ins Bett geh Satz „ich muss nur noch was trinken“ umgewandelt wurde in „ich guck nur noch schnell die Sendung hier zu Ende“.

Nach gut 3 Jahren bemerkte ich, das mir der Fernseher meinen Horizont nicht gerade verändert oder erweiterte. Immer öfter hörte ich mich selber sagen „…neulich hab ich in einer Reportage gesehen,…“ (übrigens ein Satz der aus der heutigen Zeit nicht mehr weg zu denken ist, beobachtet es mal).

Wir versuchten also einen schleichenden Entzug. Zu erst wurde nur am Shabbat nicht geklotzt. Mit der Geburt unseres Sohnes letztes Jahr wurde ein Käufer für das elektr. Monster gesucht, keiner gefunden, also wurde das Gerät an meine Mutter verschenkt und ein kleiner Küchenunterbaufernseher gekauft. Die ersten beiden Wochen dieses scharfen Schnittes waren anstrengend. Ständig hatte man das Gefühl etwas zu verpassen, oder man möchte sich einfach vor den Fernseher legen, „entspannen“ und einen Film anschauen.
Nach 2 Wochen war das vorbei, der Entzug geschafft. Seitdem lief der kleine 4 Zoll Fernseher keinen einzigen Moment mehr. 3 Monate sind seitdem vergangen und vor wenigen Tagen hab ich auch diesen kleinen Fernseher verscherbelt. Falls sie niemand aus dem Haus möchte, fällt in Kürze auch die Satellitenschüssel im Garten und aus die Maus.

Und wie hat sich unser Leben nun verändert? Es ist ein Traum. Der Tag hat viele Stunden mehr denn früher. Denn jetzt vergammelt man keine Zeit mehr mit schlechten Filmen, oder den ewig gleichen Gästen der gammeligen Fr. Maischberger und Konsorten. Ab 20.00Uhr, heißt es heute Zeit zu haben für unerledigte Aufgaben, relaxen mit Musik und einem guten Buch auf dem Sofa. Schlafen, telefonieren, mit Freunden ein Glas Wein trinken und vieles mehr….

Nun schließt sich bereits der kleine Zyklus der Ulme Vorstellungsrunde. Vielleicht setze ich ja bald an dieser Stelle fort, denn im Moment sind 3 Wohnungen frei. Es sind auch schon ein paar Parteien ausgezogen, die vielleicht noch erwähnt sein sollten. Zum Beispiel erst vor kurzem Ausgezogen, der Ulme Feuerteufel. Mit einem psychopatischem „Harrrrr“ hat er damals die Feuertonne in den Garten geschleppt, die mittlerweile den Namen Horst trägt und aus einer Party nicht mehr heraus zu denken ist.

Oder auch das schnuffelige Homopärchen von oben. Die armen haben sich ständig verfolgt gefühlt, der eine grüßt nicht, der andere lässt Zeitungen verschwinden. Hach das Leben war aber auch kompliziert. Falls ihr das aus Zufall doch mal lest, seit versichert, hier im Haus werdet ihr vermisst, ihr hab einfach aus dazu gehört. B. und V. sind auch weg. V. ganz und B. hat lediglich den Wohnort gewechselt. Mal ehrlich, war es nicht auch cool, deren spektakuläre Anmachen, Verbesserungsvorschläge oder Musikorgien bei knapp 135 DB? B. hat zum Beispiel mal den Vorschlag gemacht, wir Ulme Kerle sollten alle mal mit anpacken, ein paar Tonnen Erde kaufen und mit Spitzhacken den üblen Zustand des Gartenbodens auf arbeiten- und das hat der ernst gemeint. Kurz darauf verschwand er grölend und johlend- allein- in seine Dachgeschoßwohnung und hörte so laut Techno das es im ganzen Karee zu vernehmen war.

Letzte Woche sind die grimmigen aus dem Dachgeschoss ausgezogen, von denen ich immer noch überzeugt bin, sie waren nie so grimmig wie sie taten…
Was soll`s. Nach uns kommen andere, wie auch vor uns andere da waren…

Ich wollte, nachdem ihr mich eher überredet habt das zu schreiben, eigentlich viel mehr lästern. Beim Schreiben habe ich aber festgestellt das es nix zu lästern gibt. Für jede Schwäche die ich an einem von euch sehe, entdecke ich auch eine an mir die das wieder aufwiegt. Da spielen gestandene Männer mit Lego und Eisenbahn, es wird auf Dächern herum gekrabbelt, Politische Reden geführt, belangloses Zeug geschwafelt, vegetarisch gegessen, im Wein gebadet….

Es ist wie es ist und es ist gut- bleibt wie ihr seid!

Kommen wir zum vorletzten Post unserer kleinen Zwangs-Vorstellungsrunde. Wir sind nun wieder etwas mehr in der Mitte des Hauses, bei den 3 F`s (wie sie sich kürzlich selbst bezeichneten). Die 3F´s sind wie im Kindergartenspiel auch, zusammengesetzt aus Mutter, Vater, Kind. Das letztere ist frisch geschlüpft. Die Mutter, blonde Jurastudentin (jawohl meine Herren, solche Klischees werden bei uns bedient), ist im Moment logischerweise im Babyjahr. Der Herr der kleinen Familie, ist unser sympathischer Hausmonk. Nicht nur das er ein Putzteufel der Extraklasse ist und damit seiner Frau zwar einen Gefallen tut, aber die restliche Ulme in Sachen Sauberkeit deklassiert, nein bei ihm muss auch alles eine gewisse Symmetrie haben. Seine Frau scheint da etwas lockerer, aber genau deswegen ergänzen sie sich ja. Während er zum Beispiel weder Fisch, noch Alkohol noch Tabak und ähnliches ausstehen kann, raucht Sie zwar auch nicht aber nippt doch auch sehr gern mit an einem Wein. An besonderen Tagen darf’s sogar mal ein kleiner Whiskey sein.

Auch bei den beiden gab es vor dem Einzug Irritationen, da im Hauseigenen Webforum deren Eltern für die neuen Mitbewohner gehalten worden. Mein Satz „Leute da ziehen wahrscheinlich wieder mal ein paar ältere Leute ein“, wird mit heute noch aufs Brot geschmiert. Die beiden gehören zur Ulme wie das Bohner zum Wachs und dabei sind se genauso verrückt, wild, ruhig und normal wie alle anderen.

Kommen wir zur nächsten Partei in der Ulme Hausvorstellungsrunde. Wir gehen, nachdem wir uns vorgestern im Dachgeschoss umgesehen haben, zurück in die Mitte des Hauses. Dort wohnt ein Mann der ersten Ulme Stunde. Als wir uns damals unsere heutige Wohnung zusammen mit der Maklerin angeschaut haben sagte sie bereits: „Wenn sie hier einziehen freut sich Herr L., der ruft schon immer in der Hausverwaltung an und fragt wann denn endlich wieder jemand einzieht“- er ängstigt sich nämlich. Nicht das wir deswegen eingezogen sind, doch er war sichtlich erfreut nicht mehr alleine in dem dunklen einsamen Haus zu wohnen. Mit Ihm zusammen, wurde dann auch schon wenige Wochen später eine legendäre Einzugsparty mit 70 Gästen gefeiert.

Seitdem sind viele Partys vergangen. L. feiert dabei härter und öfter als es die Ulme je könnte. Wenn mal einen Tag nix los ist, dann sucht er sich mit seinen Kumpels eben Orte in denen was los ist. Berühmt und im Haus gefürchtet sind mittlerweile die Augenblicke, in denen er mit seinen Kumpels (schon leicht vorgeglüht) das Haus verlässt, oder noch schlimmer, wenn er dann mitten in der Nacht wieder heim kehrt. Da kommen schon mal Megaphone zum Einsatz, oder einer der beteiligten schafft das noch mit seinem eigenen Organ. Ja, seine Kumpels haben tatsächlich schon eine oder zwei studiVZ Gruppen eingerichtet die sich den aktivitäten L.`s zum Freitag abend widmen 🙂

Nicht das der Eindruck trügt. L, ist doch ein wahnsinnig toller, umgänglicher und vor allem zivilisierter Typ der sich tagsüber im mittleren Management eines großen Konzerns rumtreibt.

Weiter geht’s in der Hausvorstellungsrunde. Diesmal zu regelrechten Ulmefrischlingen. Erst vor knapp 3 Monaten eingezogen und doch schon mittendrin in der Seifenoper Ulme. Kennengelernt habe ich das Punker-Pärchen schon früher, nämlich als sie gerade dabei waren mit der Maklerin die freien Wohnungen zu erkundigen. Die Maklerin, die ich für die Mutter einer der beiden gehalten hatte, erkundigte sich ob es denn ein gutes Haus wäre. Darauf entgegnete ich, „…das es kein gutes, sondern ein fantastisches Haus wäre. Wir wären das Randgruppenhaus schlechthin, wir hätten Schwule, Juden, Geschäftsführer, Arbeitslose, Angestellte, Manager, Studenten, einfach alles. Das einzige was wir nicht hätten und wöllten wären Nazis.“ Die Maklerin guckte ein wenig verdutzt, doch den beiden hat`s gefallen und so sind se eingezogen…

Kurz nach deren Einzug fingen die Spekulationen im Haus an. „Immer schwarz angezogen sind die„, “ sind das Punks, oder Grufties“, „die haben die Wände bestimmt schwarz gepinselt„, „die schlafen vielleicht in Särgen„, oder auch „die machen bestimmt schwarze Messen„- so ging es mehrere Wochen da sich die beiden wohl am Anfang auch nicht getraut hatten sich einfach mal zu uns zu hocken und Rede und Antwort zu stehen 🙂 Nach Einladung Nr. XY sind sie doch gekommen und sind schon jetzt aus dem Ulme Garten nicht mehr weg zu denken…

PS: nein, sie schlafen nicht in Särgen und feiern glaub ich auch keine schwarzen Messen- aber es liegt ne Peitsche im Flur… Es sind am Ende ganz normale Leute, die eben Leben wie sie Leben, wie wir alle…

Als nächstes, in unserer Reihe Ulme Hausvorstellung, widme ich mich unserer ersten Studentinnen WG.
Ja, meine Herren, recht gehört. Eine WG zweier, blutjunger Studentinnen, die allerding neuerlich Wert darauf legen als „studierende“, bezeichnet zu werden.
Diese beiden Exemplare behausen das Dachgeschoss, sind zwar beide supercool, aber könnten verschiedener nicht sein. Da wäre als erstes A., sie ist nett, klein, immer kunterbunt angezogen und immer lustig. Sie verfügt über ein enorm auffälliges Alleinstellungsmerkmal und das ist ihr Sprachorgan. Nicht das dies nur laut und unglaublich hochfrequent wäre, nein, es ist auch in der Lage Worte, in nie geahnter Abfolge und Geschwindigkeit auszustoßen.

Was A. angeht gibt es noch viele ungelöste Rätsel, so scheint es zum Beispiel, das während A. spricht, die benötigte Atemluft weder über Nase, noch Mund bezogen wird. Andere unbedeckte Öffnungen die diese Funktion übernehmen konnten, wurden noch nicht gesehen. Es wird somit allgemein davon ausgegangen das A. die Atemtechnik der Haut perfektioniert hat und kurz vor Rede beginn die Luftröhre einfach abgeschaltet wird.
ist dabei nicht nur die Labertante der Ulme sondern zeitgleich auch Weltreisende, Kopierkraft an der Uni, Feministin, Vegetarierin und Weißweintrinkerin.

Ihre Miethalbiererin ist nicht nur optisch das Gegenteil. Nennen wir sie S. Immer schwarz gekleidet, übellaunig, fast schon grimmiges Gesicht und auch des Öfteren ein wenig Mäkelig, ist S. eigentlich gar nicht sooo gesellschaftsunfähig wie sie erscheinen möchte. S. ist zwar feministisch, vegetarisch, Kinderhassend und selten lustig, aber man muss das Eis zu brechen wissen. Dann wird aus dem zur Faust geballten Gesicht, ganz schnell ein freundliches, interessiertes, neugieriges, junges Mädchengesicht- eines das Spaß haben will, was erleben möchte.

Aber Vorsicht ist geboten, das auflockern von S. klingt geschrieben einfacher als es denn ist. S kann man nicht gewinnen in der man ihr einen flotten Spruch angedeihen lässt. Nein, hier ist Geduld, Zeit und eine Menge Fingerspitzengefühl gefragt, denn eigentlich, so könnte man meinen, liebt S. nur Matthilda- ihr Meerschwein….

Beide zusammen sind am Ende aber doch ein tolles Team. Ihre regelmäßigen Studienzeitauftaktpartys sind regelrecht Kult, darüber hinaus sind sie auch für jeden Mist zu haben. Der aufmerksame Blogleser erinnert sich vielleicht an die ein oder andere Ausführung die auf diese beiden passt ?

Wie man in meinen Eingangsposts lesen kann, wollte ich in diesem Blog ja eigentlich schreiben was mir nicht passt, zeigen, weshalb ich dieses Land nur verlassen kann. Jedoch in den letzten Wochen nehmen die „Anfragen“ zu, einfach mal etwas über unser Mietshaus zu schreiben und über das was hier passiert. Dieser Bitte versuche ich nun nach zu kommen.

Vornweg vielleicht als Erklärung für die, die nicht wissen was die Ulme ist. Die Ulme liegt auf der gleichnamigen Straße in Chemnitz. Unser Haus war mit eines derer die noch verfallen vor sich hin schlummerten, während fast alle Häuser im Umkreis schon in neuem Glanz erschienen (S. hast du vielleicht noch ein Bild der unsanierten Ulme?)

Jedenfalls wurde unser Haus saniert und vermietet. Dabei zogen alle Mietparteien mehr oder minder gleichzeitig ein, was natürlich auch gleich für eine gewisse Gemeinsamkeit sorgte. Niemand hatte den „wir wohnen hier schon ewig“ und „das machen wir schon immer so“ Status inne. Das hat dafür gesorgt, dass von Anfang an eine kleine, eingeschworene Kerntruppe präsent war, die alle Neuankömmlinge sofort einbezogen hat. Entstanden ist die Ulme, unsere Kultkommune….

Da meine Beschreibung die kürzeste ist und der Esel sich immer zu erst nennt, also erst mal zu uns. Meine Frau und ich sind als zweite Partei eingezogen und haben mit dem Ersteinzügler S. zusammen gleich in den ersten Wochen eine 70 Mann starke Einzugsparty auf die Beine gestellt. Daraufhin folgten eine Menge große und kleine wunderbare Ulme Abende. Unser Sohn erblickte das Licht der Ulme durch eine (wohlgemerkt geplante) Hausgeburt. Ansonsten gibt es da nicht viel zu erzählen, da man über mich ansonsten eh genug hier im Blog lesen kann.

Damit schließe ich die Einleitung erst einmal ab. Morgen geht`s weiter…

Krieg in Ossetien. Für diese Schlagzeile musste so manche Zeitschrift das Papier und die Druckerei wechseln, um die Lettern „Krieg“ derart groß schreiben zu können. Endlich mal wieder ein Krieg in unserer Nähe- ein Freudenfest für die Medien. Sie hoffen noch recht lang Bilder, tief fliegenden russischen Kampfjets übertragen zu können. Die Wirtschaft ist auch zufrieden, denn schließlich sind es auch europäische Waffen die verschossen werden und so mancher Politiker reibt sich schon heut die Hände, in Erwartung des Schmiergeldes für die Nachschublieferung.

Nur eine Gruppe ist recht still. Die der deutschen Gutmenschen, der blinden linken, ja, derer die doch eigentlich alle gegen den Krieg sind. Denn die haben ihn nämlich einmal mehr zu verantworten. Die EU hat Geld und gute Worte für den Krisenherd im Osten bereitgestellt. Ständig darum bemüht den starken Partner Russland, nicht auf die Füße zu treten und doch ein gutes Geschäft mit der gegnerischen Seite zu unterhalten. Nun ist es eben mal wieder soweit. Es knallt. Zuschauen hat noch nie etwas verändert, nur die tat. Dazu ist man hier nicht fähig, die Konsequenz ist einmal mehr sichtbar.

Kann man nur hoffen das sich im Fall Iran, irgendwann, irgendjemand zum handeln entschließt, bevor es der Iran tut.

Letzte Woche wurde in der Politik darüber beraten die Kinder- Überraschungseier zu verbieten. Begründet wurde dieser dämliche Vorschlag mit einem eventuellen Verletzungsrisiko, bzw. der Möglichkeit das Kinder Nahrung und Spielzeug nicht aus einander halten könnten.

Der Vorschlag verschwand binnen Stunden wieder aus der Landschaft, sodass ich mich darüber eigentlich auch garnicht weiter aufregen will.

Einmal mehr bleibt aber eine Frage im Raume stehen:
Werden wir von solchen Trotteln tatsächlich regiert? Die sollen soziale, demografische, wirtschaftliche oder auch Probleme der nationalen Sicherheit in den Griff bekommen?

Tschüss, Deutschland…

Vor knapp 3 Wochen veröffentlichten Markus Brauck, Frank Hornig und Isabell Hülsen bei spiegelonline den Bericht „die Beta-Blogger“. Darin griffen sie die deutsche Bloggerszene heftig, wenn auch nicht ganz unberechtigt an. In dem vielbeachteten Artikel wurde dargelegt, das die Bloggerszene Deutschlands in Relation viel kleiner ist, denn die anderen westlichen Ländern. Das in deutschen Blogs eher News kopiert als in eigener Meinung geschrieben wird und das in Nachbarschaftskriegsmanier eher gehetzt anstatt argumentiert wird. Mag alles sein nur eines möchte ich Fragen? Wenn man derart politisches, oder gesellschaftliches Engagement unter den Bloggern vermisst, wieso werden dann Blogs aufgezählt (wie www.pi.net) die alle als vermisst geltenden Kriterien erfüllen und ausgerechnet die werden in dem Beitrag niedergemacht? Und angehängt an diese Frage möchte ich an diese Frage, wie aber auch an den gesamten Artikel antworten.

Es ist ganz einfach. Deutschland hat und hatte nie eine Streitkultur. Wenn man in Israel, oder Jamaika (sind meine besten erste Hand Beispiele) auf die Straße geht, so wird an jeder Ecke intensivst und teilweise lautstark- aber friedlich- über die aktuellsten Nachrichten debattiert. Hier in Deutschland? ein Volk der ja Sager, Nörgler, aber nicht Handler. Ich sehe es ja auch an meinem Blog. Die Besucherzahlen sind fantastisch, die Themen scheinen anziehend denn aus allen Teilen Deutschlands kommen fast 3500 Besucher im Monat um die hier veröffentlichten Meinungen zu studieren. Aber, man liest und verschwindet wieder. Derselbe Blog in den USA wäre übersät mit Kommentaren und regen Diskussionen. Hier in good old Germany, wird wenn überhaupt, nur kommentiert wenn man sich persönlich angegriffen fühlt Grund dafür sind nicht nur 40 Jahre Stasi und zufiele Jahre Schäuble, sondern eben auch das dem Otto Normalbürger die Birne durch die Medien im wahrsten Sinne des Wortes weich gekocht wird. Er schluckt alles, grummelt vielleicht ein wenig, mehr aber nicht. Ich habe dies in meinen Posts schon derart oft erörtert, das für Zustände wie sie in Deutschland herrschen, in anderen Ländern Autobahnen blockiert, Landteile generalbestreikt, Stadtteile abbrennen und im schlimmsten Fall sogar schon Bürgerkriege aus gebrochen sind. Aber der deutsche, der zahlt auch noch die 2,60€/l Benzin bleifrei, grummelt in seinen Bart „Scheiß Staat“ und das wars dann auch.

Vielleicht liegst also nicht an der zwar kleinen, aber feinen Bloggerszene, sondern einfach an einer gesellschaftlichen Verblödung und Versteifung? Man sollte sich mal entspannt bei einem Glas Wein zurück lehnen und sich in deutsche Sprache das Wort „Mainstream“ auseinander nehmen. Umso mehr ich jedenfalls darüber nachdenke, umso gruseliger wird’s mir…