der Datenschutz- oder wie einfach es sein kann wenn man nachdenkt

Seit Monaten beobachte ich mit Grausen die deutschen Datenschutz Debatten, die völlig an der Zeit, der Zukunft und dem Thema vorbei gehen. Bisher habe ich grundsätzlich drei verschiedene Gruppierungen ausmachen können.

Zum einen die Politiker. Menschen die für permanente Überwachung und eine totalitäre Neuausrichtung stehen. Menschen, die schon mit der Verabschiedung kleinster Gesetze, regelmäßig unsere Verfassung brechen. Menschen, die Angst vor Kontrollverlust haben. Was sagte nicht die FDPlerin Gisela Piltz kürzlich zur möglichen Veröffentlichung ihres Hauses bei google Streetview:
„Ich habe bereits vor Wochen Widerspruch eingelegt, weil ich Schnüfflern gern die Tour vermassle und selbst darüber entscheiden möchte, wer was von mir weiß.“
Das ist in meinen Ohren blanker Sarkasmus. Diese Gruppe stellt zwar gottseidank nicht die Masse der Meinungen, doch verfügt sie über die gesamte Macht auf Entscheidungen und Medien.

Natürlich gibt es dann noch die breite Masse derer die das Internet nutzen, sich ständig sorgen über ihre Privatsphäre machen, aber kein Problem damit haben bei jeder noch so erkennbaren „Facebook Spam Gruppe“ bei zu treten und ihre Daten und die ihrer Kontakte so frei zu geben. Sie sorgen sich darum ob ihr Haus bei streetview abgebildet ist, die Saufbilder vom letzten Wochenende werden aber großzügig publiziert. Die Mailadresse wird geschützt, kann nicht jedem so gesagt werden, aber jeder Pornoanbieter hat sie. Für sie ist der „safe mode“ im Browser die Allzweckwaffe um Ihre Herkunft zu verschleiern.

Natürlich gibt es auch eine kleine Gruppe (der auch ich angehöre) die sich zukunftsorientiert mit dem Thema befassen und ganz ehrlich? Ich habe keine Angst vor streetview! Weil ich weiß das mein Gesicht, mein Haus, mein Auto zufällig bereits auf tausenden Urlaubsbildern fremder Leute zu sehen ist. Schon meine Großeltern sind vielleicht zufällig auf Postkarten von Wernigerode gelandet. Ich habe keine Ahnung in welchen Fotoalben, Zeitungen, Blitzern, Satellitenfotos, und Fernsehsendungen mein Gesicht, mein Haus, oder mein Auto schon war. Falls nun mein parkendes Auto in Googles streetview Dienst zu sehen ist- who cares? Unabhängig davon sprießen Fotodienste wie streetview geradezu tausenden aus dem Boden. Die Menschheit fotografiert und filmt wie nie zuvor. Google streetview und Konkurrenzdienste ab zu schalten, kommt vor einem privaten Upload verbot bei Youtube, oder Flickr.

Das Internet ist kein Teufelszeug. Wir brauchen keine separate Polizei, oder Gesetze dafür. Anstand, Moral, Vernunft und Gesetzestreue reicht vollständig aus um sich im Internet wie auch im normalen Leben problemlos zu bewegen.

So nutze ich zum Beispiel bereits seit 8!!!Jahren, keine Virenscanner mehr. Erstens verlangsamen die mein System zur sinnlos. Zweitens gehe ich davon aus, dass selbst die großen Hersteller von Scannern, meine Daten im großen Stil abgreifen und nutzen. Ich habe die Firewall des PC`s und des Routers an. Ich besuche keine dubiosen Seiten, ich öffne KEINE Mailanhänge von Menschen die ich nicht kenne und verhalte mich ebenso vorsichtig wie im realen Leben. Ergebnis- einmal im Jahr mache ich meine PCs neu und führe kurz vorher einen Scan durch- keine Viren, keine Trojaner, nix!

Ich habe auch keine Angst davor, dass meine Daten oder Wege aufgezeichnet werden. Ich weiß es wird sowie so getan! Ich bin zwar dafür dies ständig zu minimieren und offen zu legen. Aber es ist ja nicht so dass man mir nicht auch im realen Leben folgt. Meint ihr nicht das euer Netzbetreiber nicht genau sagen kann wo ihr gerade mit eurem Handy seit/ wart?  Meint ihr nicht das eure Kreditkarten/Edeka/PayPal oder sonst was Card genug über eure Bewegungen und Vorlieben aussagen? Was denkt ihr wie viele staatliche und private Kameras euch jeden Tag filmen? Wem das noch nicht reicht, der läuft euch einfach nach. Das ist nicht erst seit heute so.

Bevor ich im Internet kaufe, erkundige ich mich zu erst nach der Seriosität des Anbieters und lasse mein Hirn nicht von der Gier nach dem besten Preis leiten, somit hatte ich auch noch nie Probleme. Im realen Leben ist das ähnlich. Noch nie bin ich in den Hinterhof eines Elendsviertels  gegangen um von einem verlotterten Menschen eine billige Nobelkarosse zu erwerben.

Die Beispiele könnten noch ewig weiter geführt werden es bleibt immer bei derselben Kernaussage. Auf das Internet sollte man, wie auch auf das reale Leben, vorbereitet werden. Dann braucht man auch keine Sonderregeln, Gesetzesänderungen oder solch sinnlose Debatten!

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