Bewerbertraining für Beinahe-Rentner bei der Arge in Freiberg

Vor der hohen Arbeitslosigkeit in Deutschland haben nicht nur das Volk sondern schon lang auch die Politiker resigniert. Anstatt wirkungsvoller Programme, werden eigentlich nur noch Maßnahmen aufgelegt, die helfen die Statistik zu beschönigen. Schließlich ist es wichtig in regelmäßigen Abständen verkünden zu können das die Arbeitslosenquote wieder unter 8% gefallen ist und dies natürlich nur wegen der guten Politik der aktuellen Regierung. In Wahrheit liegt die Quote aber effektiv bei gut dem doppelten.

Ich habe schon oft mit Angestellten der BA gesprochen, die mir alle unter der Hand bestätigen konnten, das es hausintern einen gewissen Druck gibt, „…schwer vermittelbare Kunden in Maßnahmen zu stecken, die helfen die Statistiken sauber zu bekommen…“

Diese Politik bekommt nun auch eines meiner Familienmitglieder direkt zu spüren.
Mein Stiefvater, 62 Jahre alt, zu 40% behindert, seit einem Jahr arbeitslos und mit dem Plan nächstes Jahr, zu seinem 63ten Geburtstag in Rente zu gehen (selbstverständlich mit Abzügen), bekam diese Tage eine Aufforderung von der Agentur für Arbeit, ab sofort, bis Dezember 2010 an einem Bewerbertraining teil zu nehmen.

Spitze. Ein Mann der sich nie wieder bewerben muss, lernt 6 Monate wie man sich bewirbt- auf Staatskosten, auf meine Kosten, auf unser aller Kosten und das nur, damit Frau von der Leyen (umgangssprachlich auch Zensurlula) auch nächsten Monat wieder gute News verkünden kann.

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