Weltgerichtshof die erste

Vor dem neu ins Leben gerufenen Weltgerichtshof in Den Haag wird seit gestern über den Kriegsverbrecher und Warlord Lubanga verhandelt. Dieser Typ, der den Kongo jahrelang in furchtbare Gräuel gezerrt hat ist für mich so etwas wie der Inbegriff des Bösen. Vergewaltigung, Mord, Folter, Prostitution all das war Teil seines normalen Alltags. Doch dieser Typ verdient es nicht einen eigenen Post in meinem Blog zu erhalten. Stattdessen widme ich diese Zeilen einer anderen Beobachtung.
Nämlich der, das die USA den Weltgerichtshof noch nicht als offizielle Instanz akzeptiert haben. Die Gründe sind klar, logisch, liegen auf der Hand und überführen einmal mehr den europäischen Turbogutmenschen der Heuchelei. Denn so wie der den USA ankreidet ständig die Demokratie in andere Länder exportieren zu wollen überspringt man diesen Schritt hier zu Lande einfach. Die Demokratie in andere Länder zu bringen ist nicht notwendig- gut das wäre ein Standpunkt. Dann darf man aber erst Recht nicht erwarten das die Gesetze eines ominösen selbsternannten Weltgerichtshofs auch für Menschen in Afrika gelten. Die haben schließlich nie danach gefragt. Das Vorgehen der Europäer ist hier wieder einmal sehr mittelalterlich. Nach dem Motto- lesen können dürft ihr nicht, damit ihr unserer Predigt glaubt, wird Afrika von den Europäern mehr ausgebeutet wie von allen anderen. Effektive Hilfe wird verwehrt, Hauptsache sie halten sich an unsere Gesetze. Mit keinem Wort möchte ich hier die Gräueltaten eines solchen Monsters wie des Lubanga für gut befinden doch ist wohl klar, das eine derart am Abgrund stehende Gesellschaft wie die des Kongos 2002 anders funktioniert wie die der BRD desselben Jahres. Anstatt im Nachhinein unser Gesetzbuch dorthin übertragen zu wollen, wäre wohl besser gewesen erstmals die weltweiten Waffenexporte (auch die der EU) dorthin zu stoppen und im Anschluss eine sinnvolle Entwicklungshilfe zu leisten. Dann wäre es vielleicht gar nicht zu solchen Gräueltaten gekommen. Andernfalls wäre aber vielleicht auch die Gesellschaft schon zu entwickelt gewesen, als das sich aus ihrer Mitte heraus ein derart Mordender Mob erwächst.

Aber bei uns läuft’s anders. Erst exportieren wir Waffen, dann erheben wir den Zeigefinger warum man mit den schönen Panzern denn Krieg spielt. Danach liefern wir im Sinne einer Exportsteigerung tolle Technologie in die Entwicklungsländer, die dann dazu dient unseren Konzernen neue Rohstoffquellen zu erschließen. Im Anschluss sind wir die großen moralischen wenn die Gesellschaft dort unten, vor Hunger und Krankheit aus dem Ruder läuft…

Danke Gutmensch

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