Nachhaltige Konjunkturpolitik der Lobbyisten

Schuldenabbau zu Gunsten unserer Kinder und Enkelkinder, Investitionen für eine Bildungsgesellschaft, Kindergarten- und Grippen Plätze für alle und umdenken in ein ökologisches Zeitalter um die Welt unseren Erben zu erhalten.

All dies und noch viele mehr, sind die hohlen poltischen Phrasen der letzten Monate und Jahre. Was daraus im Wahljahr 2009, dazu noch überrascht von einer Weltwirtschaftskrise, geworden ist, sehen wir, wenn wir uns die Konjunkturhilfe „Abwrackprämie“ einmal genauer anschauen…

Abwrackprämie. Das bedeutet in allererster Linie einmal das dem deutschen Politiker:

Ein altes Auto 2.500EUR wert ist, ein Kind jedoch nur 100EUR (Einmalzuschuss in 2009)

Das ist natürlich an sich schon mal wahnsinnig nachhaltig.
Schauen wir nun wer von der „Abwrackprämie“ profitiert. Ich kenne 4 köpfige Familien, die mit 20-30 Jahre alten VW Bussen unterwegs sind. Das tun sie aber nicht etwa weil sie die Natur schädigen wollen, oder einen Fabel für alte Autos haben. Sie können sich nun einmal keinen Renault Espace für 55.000EUR leisten. Ein Smart (der ja preiswerter wäre), kommt aber eben für 4 Personen auch nicht in Frage. Unter dem Strich wird sich diese Familie (die es vielleicht gebraucht hätte), kein vergleichbares Auto kaufen können, da die Raten schlichtweg gestern wie heute nicht bezahlbar sind.

Dann gibt es noch das Beispiel eines anderen Kumpels. Der fährt einen Ford Galaxy Baujahr 99. Also genau das richtige Alter um die Abwrackprämie zu kassieren. Der könnte sich auch die Raten für ein neues, vergleichbares Auto leisten. Wieso wird der aber die Staatshilfe zur Verschrottung nicht nutzen? Ganz einfach. Abwrackprämie ist 2.500EUR. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt, sind für seinen Galaxy, sofern er denn den verkaufen wöllte, aber noch 6.000EUR zu bekommen. Wieso soll er 4.000EUR verschenken um in unsicheren Zeiten von seinem bezahlten Auto auf ein Kreditgetilgtes Fahrzeug um zu satteln…

Bleibt eigentlich nur einer der von der Abwrackprämie profitiert (außer der Osteuropäischen Schieberbanden), nämlich der Unternehmer, der ein neues Auto kaufen möchte und zufällig in seinem Fuhrpark noch ein halbes dutzend uralter Schindmähren stehen hat die auf dem Gebrauchtwagenmarkt weniger als 2500EUR wert sind. Die kann er dann alle verschrotten lassen und sich somit ein neues Privatfahrzeug, im besten Falle aber doch einen neueren Fuhrpark leisten.

Unter dem Strich ist die ganze Geschichte also vollkommen sinn frei. 1.000EUR einmaliger Zuschuss pro Kind hingegen hätten mit Sicherheit dem Konsum einen ordentlichen Tritt gegeben und die allgemeine Kinderarmut in Deutschland ein Stück zurück gedrängt.

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