im Wartezimmer mit einer SS Kompanie

Immer wieder gerate ich mit erklärten Pazifisten in interessante Diskussionen. Die Gedanken die mich dabei innerlich immer nicht zur Ruhe kommen lassen, sind erstens die Frage ob nicht Gewalt zum Wesen des Manschens gehört und ob die menschliche Vernunft nicht langsam an dem Punkt angekommen sein müsste, sich mit Gewalt konstruktiv auseinander zu setzen anstatt vom Weltfrieden und sprechenden, sich nicht mehr auffressenden Tieren zu träumen. Zweitens, das gerade Deutschland ein derartig blutiges Land ist, dass man als Deutscher eigentlich nicht mal auf das Nachbarland zeigen dürfte (geschweige denn auf die USA oder den Nahen Osten). Warum?

1. Die Pazifisten werfen den USA immer vor, vermeintlich Krieg für Öl zu führen. Na und, die deutsche Marine rückt schon für nen Bananenfrachter aus.
2. Deutschland ist immer noch einer der Top Waffenproduzenten der Welt
3. gerade in Deutschland leben noch Millionen unbestrafte NS Mörder

und gerade zu diesem letzten dritten Punkt hatte ich ein mir mulmiges Erlebnis im Arztwartezimmer. Ich saß dort für ca. 2 Stunden mit einem immer wechselnden Rentnerpublikum. Teilweise waren wir 12 Mann in dem kleinen stickigen Raum und der Sauerstoffgehalt lag teilweise bestimmt unter 1%. Besonders auffällig war mir ein ca. 80 jähriger alter, süßer Opa, der wahrscheinlich weil er schwerhörig war, immer sehr laut, in einem Lausitzer Dialekt, mit seiner Frau sprach. Süßer Opa deshalb, weil er einfach lieb aussah, so wie einer der den Kindern in der Werbung immer Bonbons gibt. Doch dann öffnete sich die Tür, ein ebenfalls sehr alter, aber ein stämmigerer Herr betrat das Wartezimmer.
„Guten Tag“ aus allen Kehlen der wartenden.
Der alte Herr sagte nichts, er dreht sich um und erblickte den süßen Opi. Beide zuckten daraufhin körperlich zusammen, rissen die Arme zum militärischen Gruß an die Schläfe, und begrüßten sich mit fester Stimme, respektvoll nickend beim Vornamen.
„Kurt“, „Horst“, dann setzte sich Kurt (Horst war kurz vorm aufspringen, war dann aber doch sitzen geblieben). Ich war erst erfreut über einen solchen Zusammenhalt, fragte mich dann aber doch was im Kriege sie wohl so zusammen geschweißt hat? Die tollen Weiber in Jugoslawien? Oder die Nutten in Paris? Oder, wie uns die Großväter ja teilweise auch glauben machen wollen, die harte Verteidigung gegen den Feind? Während ich so sinnierte, klappte die Tür noch zwei weitere male und oben beschriebene Szene wiederholte sich, jedoch stets mit größer werdender Zahl der Akteuren.

Am Ende saß ich nun also mit den Resten einer alten Wehrmachtskompanie zusammen im Wartezimmer. Meine Kette mit dem Davidstern verbarg ich hinter einem Rollkragenpullover, nicht um noch am Ende Sätze zu hören wie
„dich Ham wir wohl vergessen“….

Und für alle die jetzt empört in sich rein grinsen mit dem klassischen „hohoho, das kann er ja wohl nicht ernst meinen“, oder „das sagt man aber so nicht“, auf Fakt im ARD lief am Montag Abend eine interessante Meldung dazu wie Strafverfahren gegen NS Kriegsverbrecher in Deutschland geschickt verschleppt und vereitelt werden.

17 comments

  1. Was denn nun, Wehrmachts oder SS-Kompanie? Da gibt es Untereschiede, dir dir sicherlich klar sind. Da bin ich mir sicher, da du sehr belesen bist.

    Ist jeder noch lebende ex Wehrmachtssoldat gleich ein Nazi oder Kriegsverbrecher? Das klingt als hättest du etwas Verfolgungswahn oder gab es triftige Äußerungen der alten was dich zu deiner Vermutung bringt?
    Erzähl das mal meinem inzwischen toten Opa, der eingezogen wurde, weil er einfach wehrpflichtig war und dringend auf seinem Bauernhof gebraucht wurde….

    Ich gabe dir Recht, das es viel zu viele Nazis gab und es hinterher keiner gewesen sein wollte. Sicherlich sind auch viele Fälle unentdeckt geblieben aber bitte doch nicht jeder!

  2. Naja, also ich glaube schon das man meine Aussage verallgemeinern kann und das dies nichts, aber rein garnichts mit Verfolgungswahn zu tun hat. Mein Großvater Väterlicherseit zum Beispiel war und ist wirklich ein guter Mann. Ich habe als sein Enkel nie ein Problem mit ihm gehabt. Ein Opi eben 🙂

    Das ändert jedoch nichts daran das er auch in der Wehrmacht gedient hat. Zwar hatte er „Glück“ und „nur“ in einer Mörserkompanie in Holland und Belgien gekämpft, doch sollte uns bewußt sein das er dort keine Plüschtiere an Kinder verschenkt hat. So „romantisch“ seine Erzählungen auch klingen mögen. Er war teil einer Agressiven Besatzungsmacht die Stadt um Stadt überrannt und verwüstet hat. Auch er hat mit Sicherheit dazu beigetragen das Behinderte, Kommunisten, Juden, Sinti Roma und andere Ihren Weg in die Lager fanden.

    Und dieses Beispiel steht nun einmal für die allgemeinheit. Jeder hatte damals die Wahl. Widerstand oder Flucht. Ich kann mich heute auch nicht einfach dem Djihad anschliessen und dann sagen es war der Gruppendruck. Ich brauchte das Geld oder ähnliches. Der Mensch hat immer eine Wahl. Es gab damals definitiv welche die auch die richtige trafen doch das war, durch Historiker mehr als belegt, die absolute Minderheit.

    Wenn wir diese historisch belegten Fakten aber mal alle ausser Acht lassen und vorraus setzen, das tatsächlich ein großer Teil der Wehrmacht die Nazis verachtete und die so verkappten passiven Nazis immer schnell pissen gingen wenn irgendwo gegen die Menschenrechte verstoßen wurden, dann bleibt immer noch eine Frage offen.

    Wieso sind dann nicht all die Tausenden und Abertausenden ehem. Wehrmachtssoldaten nach dem Krieg gekommen, haben die treuen Nazis angezeigt und als Zeugen in Prozessen zur Verfügung gestanden?
    Das ist nämlich im Prinzip NIE vor gekommen.

    Es bleibt meiner Meinung dabei. Unsere Großväter waren sicherlich toll- zur unserer Enkelgeneration. Doch in Ihrer Zeit war die überwältigende Masse Nazis. Im besten Falle eben Mitläufer (was es nicht besser macht). Die Chance zur „Korrektur“ hatten alle nach dem Krieg. Die von dir ausgewiesenen armen Mitläufer haben selbst diese Chance nicht genutzt. Also sind sie nicht viel weniger schudlig. Genau wegen diesen letzten Punktes habe ich ja auch auf den ARD Beitrag verwiesen. Ich muss mal gucken vielleicht finde ich noch nen Link.

    Zum Abschluss möchte ich trotzdem noch der Gerechtigkeit einschränken. Es gab sie definitiv. Die Widerstandskämpfer, die Helfer des Guten, ja sogar Befehlsverweigerer. Die Masse derer hat zwar mit dem Leben bezahlt, doch wären mehr so gewesen wie sie wäre Hitlerdeutschland nicht möglich gewesen.

    Vielleicht war dein Großvater ja auch ein guter? Das wird aber wohl insgeheim nur er selbst gewußt haben…

    PS: SS/ Wehrmacht- da ist mir wirklich ein Schusselfehler unterlaufen 😀

  3. Ich denke man muß Leonard Recht geben. Es fällt zwar schwer sich seinen Vater/Großvater in dieser Rolle vor zu stellen. Aber egal ob als Beamter, Funker, Logistiker oder Frontsoldat, alle haben wissentlich ihr Quentchen zum Terror beigetragen.

    Bemerkenswert finde ich auch den Punkt der späten Sühne. Den habe ich mir so auch noch nicht vor Augen gehalten.

    Harald

  4. Es interessiert hier überhaupt nicht der Fakt, ob mein Großvater oder sonstwer ein guter Opa zu seinen Enkeln ist und selbst der böse Nazi war. Diese Sichtweise ist in keinerlei Hinsicht ein Beitrag oder Diskussionspunkt. Wenn ich den Eindruck erweckt habe, das ich einen verklärten Blick auf meinen Opa habe, habe ich mich missverständlich ausgedrückt.
    Ganz nebenbei er war kein guter Opa, aber das ist hier egal. Ich habe oben auch was anderes geschrieben. Er wurde gebraucht zu Hause, weil seine Familie einen Bauernhof hatte. Was bitte soll der da machen??? Abhauen in die USA oder sich der Wehrmacht verweigern? Die Konsequenzen dessen sind bekannt. Solche pauschalen Aussagen, dass alle die nicht im Widerstand waren auch Nazis waren sind schwarz/weiß Malerei und Blödsinn.

    Was definiert denn genau einen Nazi? Sind alle die in der DDR nicht geflüchtet sind oder aktiv gegen das System warten automatisch Systembefürworter? Nein. Genauso war es ein Regime vorher. Es gab eben nicht nur Nazis, Verfolgte und Staufenbergs…

  5. Ich glaube das es sich in der DDR ganz ähnlich verhalten hat. Wenn man die Zahlen der Stasi Spitzel, mit den Zahl der Politiker, Juristen, Beamten, Soldaten und Propagandaexperten zusammenzählt kommt man auf einen ganz gehörigen Anteil an der Bevölkerung der DDR. Der Unterschied zum NS Regime war das der Rückhalt in der Bevölkerung deutlich geringer, die Todeszahlen „nur“ im Tausender Bereich und die Zahl der angerichteten Schäden bei unbeteiligten nicht vorhanden ist.

    Wenn man sich die Zahlen der NS Diktatur anschaut findet man eine andere Bilanz mit erschlagenden Fakten. So hat die Geheimpoliezi Hitlers fast gänzlich ohne Spitzel auskommen können. Die Zahl der Denunziationen aus der Bevölkerung war derart hoch das die Organisationen bis 1945 nicht im mindestens alles „abarbeiten mussten.

    Hunderttausende kleine und große Verwaltungsbeamte war beteiligt an Deportationen, Räumungen, Verhaftungen, Verweisen (aus Unis und von Arbeitsplätzen).

    Hundertausende Menschen haben dem Führer blind vertraut und zugejubelt.

    Hunderttausende Menschen haben bereitwillig das Geschirr deportierter Menschen gekauft oder an sich gerafft.

    In Summe war es nun mal, ob man es will oder nicht DIE MEHRHEIT der deutschen Bevölkerung die Juden abtransportiert, Länder besetzt, geraubt, gemordet, unterdrückt, denunziert hat und das Übermenschen dasein genossen hat.

    Kein seriöser Historiker wird abstreiten das dem NS Regime min. 80% der deutschen den Weg geebnet oder direkt geholfen haben. Das ist nun mal die Mehrheit und damit sollte ich mit meinem Eingangspost dann ja ganz richtig liegen.

    An einer Schweinerei teil genommen zu haben weil das Geld knapp war/ ein Befehl auf dem Tisch lag, oder weil es eben alle gemacht haben, ist keine adäquate Ausrede. Auch wenn sie typisch deutsch ist.

    Der letzte Erschütternde Gedanke wurde mir heute von einem 85 jährigen Juden zu kommen gelassen. Der ist, wie viele seines Alters und seiner Geschichte, heute 3-4 mal die Woche in Schulen unterwegs um über die Zeit der NS Diktatur zu berichten. Die Frage nämlich warum eigentlich die Opfer sich das mit über 80 noch antun müssen, während es doch viel interessanter für einen deutschen Schüler (der zumeist eh keine Juden kennt) sein müsste, von einem alten deutschen/Nazi/ Mitläufer zu hören wie es damals dazu kommen konnte.

    Selbst dazu haben aber diese feinen Herren keinen Mut. Nicht mal 70 Jahre danach. Da frage ich mich ganz laut: Wenn man in der Wehrmacht war (warum auch immer spielt keine Rolle) und man selbstverständlich nie etwas böses getan hat. So bleibt der Fakt das es fast ausgeschlossen sein kann das man in der Wehrmacht nie ein Verbrechen mit bekommen hat. Das man damals nichts getan hat ist eine Sache. Das man nach dem Krieg die Verantwortlichen nicht zur Strecke gebracht hat, wieder eine andere und das man heute sich nicht hinstellt und darüber redet wieso es denn damals so kommen konnte, eben wieder eine andere.

    Es ist zu dem Thema sehr interessant sich Bücher zu den Nürnberger Prozessen zu kaufen. „Ich bin kein Nazi, kannte auch nie einen und hab auch nie einen gesehen“ war die Standardantwort, die Ermittler von Familien bekamen die vor der neuen Anrichte voller Geschirr aus jüdischem Vorbesitz stammte standen.

    Also abschliessend. Wenn die MEHRHEIT so wie du es gern hättest, wirklich nie anders hat handeln können und nie etwas schlimmes getan hat, wieso gab es dann diesbezüglich nie eine echte Aufarbeitung?

  6. Auch wenn du das Wort „Mehrheit“ noch größer und rot blinkend schreibst, ich habe in meinem Text dieses Wort nicht erwähnt und es auch nicht gemeint. Du umgehst geschickt meinen Aussagen und verbreitest stur deine unverrückbaren Ansichten.

    Welche Aufarbeitung meinst du, die aus der NS-Zeit oder DDR-Zeit? Die DDR war das nächste Unrechtssystem, die kein echtes Interesse hatten eine Nazivergangenheit aufzuarbeiten, das passte nicht ins Bild. Da wär nur aufgefallen dass im neuen System alter Wein in neuen Schläuchen serviert wird.

    Du hast mir immer noch nicht geschrieben was du unter einem Nazi verstehst, jeder der kein Widerstandskämpfer oder Verfolgter war? Hoffentlich nicht. Auch wenn du es zu widerlegen versuchst, nicht jeder der kein Opfer war ist automatisch ein Täter. Das ist schwarz-weiß denken!

    Auch dein DDR-Beispiel hinkt. Ist jeder Soldat in der NVA oder jeder Lehrer ein Systemanhänger gewesen? Das war einfach Notwendig um z. B. zu studieren. Was nicht heißt, dass es in der NVA nicht genügend Stasi und SED-Freaks gab, aber doch nocht automatisch alle oder die etwa Mehrheit.
    Genauso ein Regime davor. Nur weil man Wehrpflichtig in den 30er Jahren war und dienen musste ist man also gleich ein Nazi oder Systembeführworter? Das glaubst du hoffentlich nicht selbst. Eine echte Alternative gab es in der Situation nicht. Nenn mir welche, wenn du eine realistische Idee hast.

  7. Jetzt haben wir soviel argumentiert und diskutiert, dass ich nicht mehr sehe wo ich nicht auf deine Aussagen eingegangen bin. Ich les mir das alles morgen nochmal in Ruhe durch und poste ggfls. morgen nochmal.

    Eine Frage kann ich dir aber schon jetzt kurz und klar beantworten. Ein Nazi oder aber eben auch ein DDR Verbrecher war der:

    1. direkt am morden, der Gesetzgebung oder auch deren Durchsetzung beteiligt war
    2. jeder der direkt davon profitiert hat (Unternehmer durch Zwangsarbeit zum Beispiel)
    3. natürlich auch die schweigende Masse die durch Untätigkeit und Anpassung profitiert hat.

    Bei letzterem ist aber egal ob sie lediglich Eigentum Verschleppter übernommen oder aber eben auch einen Studienplatz erhalten haben.

    Wenn du diese letzten 3 Punkte als „Krank“ bezeichnest, solltest du mal das Buch „die Welle“ lesen, oder dich genauer mit der Funktion von Gesellschaften auseinander setzen. Hervorragend sind dazu die Abhandlungen Martin van Crefelds.

    Wenn sich nur die schweigende Masse beiden angesprochenen Systemen verschlossen hätte, wäre nie eine Mauer oder auch nur ein KZ gebaut worden.

    Wenn du ganz heraus getrennt von allen anderen bisherigen Aussagen, in diesem letzten Punkt anderer Meinung bist, dann bin ich schockiert…

  8. Du verbreitest Äußerungen wie ein Politiker vor der Wahl. Da sind Pauschalaussagen in deinem Text die sich einfach nur wiederholen. Wenn du es noch öfter sagtst wird es dadurch nicht richtiger.
    Konkret mit Aussagen konfrontiert, weißt du dann nicht mehr worum es genau geht? Schade.

    Dein Punkt Nr. 3 ist absurd! Es hat nicht automatisch jeder der im System gelebt hat von den Vertriebenen profitiert oder sich an deren Besitz bereichert. Des Weiteren ist doch noch lange nicht jeder ein DDR-Beführworter weil er einen Studienplatz haben wollte und ihn bekommen hat. So einen Unsinn habe ich dir nicht zugetraut.

    Die Welle ist mir sehr wohl bekannt. Das Buch habe ich sowohl auf Deutsch als auch in Englisch gelesen. Das Buch hat aber nicht direkt was mit deinen erwähnten Punkten zu tun. Ich habe manchmal den Eindruck, dass du es wichtig findest an jeder Stelle auf ein Buch oder eine fremde Quelle zu verweisen. Das ist prinzipiell auch der Grundsatz sowohl wisschenschaftlichen als auch seriösen arbeitens. Aber der Zusammenhang muß auch gegeben sein.

    Es tut mir leid dich schockieren zu müssen aber deinem letzten Punkt kann ich nicht zustimmen. Die Mauer wäre trotzdem gebaut worden! Erinnere dich einfach mal an den 17. Juni 1953. Dann hast du die Antwort warum.

  9. Also Comment, keine Ahnung in was du dich hier verrennst aber es geht langsam in den Grenzbereich des machbaren.

    Leonard hat ganz klare Aussagen gemacht. Die einfach überprüfbar stimmen.

    Das ein jeder der von einem aus dem Ruder geratenen Gesellschaftlichen System profitiert, dieses begünstigt, liegt auf der Hand. Das es Ausnahmen gibt hat er hinlänglich eingeräumt. Das in der NS Zeit aber eben die Menge Mitläufer und oder Täter waren ist glaube ich keine Erkenntnis dieses Blogs. Also was willst du noch?

    Klar muss er seine Aussagen widerholen. Was willst du denn noch auf das eingegangen werden soll?

    Gut das es nicht so viele wie dich gibt. Die Mauer stünde am Ende heute noch. HAuptsache die lassen mich in Ruhe und ich hab meine Arbeit. Wenn das dein Ratschlag für Diktaturen ist, na dann gute Nacht.

    Für Freiheit und die Aktzeptanz das man die erkämpfen muss!

  10. ich bin fassungslos. das es so etwas heute noch gibt?
    Gibt es heute wirklich noch Menschen die sich für eine ruhige Arbeit in einer Diktatur eher einsetzen anstatt für ein schweres Leben in Freiheit?

    Das musst du genauer erklären.

  11. @Belderius
    Gerne versuche ich meine Aussage zu erklären:
    „Gibt es heute wirklich noch Menschen die sich für eine ruhige Arbeit in einer Diktatur eher einsetzen anstatt für ein schweres Leben in Freiheit?“

    Ich hoffe das es solche Menschen nicht gibt! Ich meine in meinen Beschreibungen auch nicht mich.

    Um auf das von mir angesprochene Beispiel näher einzugehen (ich hoffe du meinst das, sonst korrigiere mich bitte):
    Ist jeder Arzt oder Lehrer der in der DDR studiert hat gleich ein Regimebefürworter, Partei- oder gar Stasimitglied gewesen?
    NEIN! Aber wenn man einen solchen Studienplatz haben wollte sollte man seinen Grundwehrdienst absolviert haben, sonst konnte man das vergessen.

    Es gab auch tatsächlich Leute die die DDR nicht gemocht haben und trotzdem nicht alle geflüchtet sind. Das waren nicht wenige!
    Das Beispiel lässt sich meiner Ansicht nach auch auf die NS-Zeit davor übertragen.

    Ich schreibe das, weil ich es vermessen finde zu sagen, dass alle Täter waren, die nicht Opfer waren.

  12. „Also Comment, keine Ahnung in was du dich hier verrennst aber es geht langsam in den Grenzbereich des machbaren.“

    Warum, weil ich anderer Meinung bin oder einige Aussagen in Frage stelle?

    „Leonard hat ganz klare Aussagen gemacht. Die einfach überprüfbar stimmen.“

    Nein eben nicht, sonst hätte ich es ja nicht angesprochen.

    „Das ein jeder der von einem aus dem Ruder geratenen Gesellschaftlichen System profitiert, dieses begünstigt, liegt auf der Hand. “

    Wo habe ich diese Aussage angezweifelt? Wenn du das Beispiel meinst, welches ich oben Belderius mit dem studieren in der DDR beschrieben habe, dann hast du einiges nicht verstanden.

    „Das es Ausnahmen gibt hat er hinlänglich eingeräumt. Das in der NS Zeit aber eben die Menge Mitläufer und oder Täter waren ist glaube ich keine Erkenntnis dieses Blogs.“

    Also ist jeder der kein Gegner ist automatisch Mitläufer oder Täter? Aha

    “ Also was willst du noch?“

    Genau solches schwarz-weiß Denken anzweifeln, weil es nicht allgemeingültig so richtig ist.

    „Klar muss er seine Aussagen widerholen. Was willst du denn noch auf das eingegangen werden soll?“

    Durch mehrfaches wiederholen der Aussage wird diese nicht besser! Wenn man ein Problem erst in verschiedenen Formen beschreiben kann und nicht immer nur eine Sicht wie ein Gedicht wiederholt, hat man es erst wirklich verstanden. Andernfalls liest es sich wie Wahlwerbung der NPD oder der Linken.

    „Gut das es nicht so viele wie dich gibt. Die Mauer stünde am Ende heute noch. HAuptsache die lassen mich in Ruhe und ich hab meine Arbeit. Wenn das dein Ratschlag für Diktaturen ist, na dann gute Nacht.“

    Es ist interessant und zugleich lächerlich was du mir in den Mund legen willst. Ich bin in meinem Denken und Handeln keineswegs passiv und weder ein Befürworter der DDR noch der NS-Zeit. Ich mag die demokratische Freiheit in der wir leben und bin froh darüber!

    „Für Freiheit und die Aktzeptanz das man die erkämpfen muss!“
    Ist das jetzt eine Frage oder Aussage oder ein Schlachtruf? Oder einfach nur der gemeinsame Nenner unserer Ansichten?

  13. Also, jetzt habe ich mir nochmal alles durch gearbeitet und am Ende festgestellt, das die einzigen Differenzen zwischen uns, auf Missverständnissen beruhen. Im Eifer des Gefechtes hast du mit Sicherheit hier und da einfach überlesen was ich geschrieben habe 😀

    So habe ich zum Beispiel gesagt:
    [b] 1. direkt am morden, der Gesetzgebung oder auch deren Durchsetzung beteiligt war
    2. jeder der direkt davon profitiert hat (Unternehmer durch Zwangsarbeit zum Beispiel)
    3. natürlich auch die schweigende Masse die durch Untätigkeit und Anpassung profitiert hat. [/b]

    Du bestätigst mir dies fügst aber an das:

    [b]Dein Punkt Nr. 3 ist absurd! Es hat nicht automatisch jeder der im System gelebt hat von den Vertriebenen profitiert oder sich an deren Besitz bereichert. Des Weiteren ist doch noch lange nicht jeder ein DDR-Befürworter weil er einen Studienplatz haben wollte und ihn bekommen hat. So einen Unsinn habe ich dir nicht zugetraut. [/b]

    Wenn du nun aber meine Aussage noch einmal liest, wirst du feststellen das ich gesagt habe jeder der profitiert hat. Das heißt ich habe mit keinem Wort gemeint oder ausgedrückt DASS jeder profitiert hat. Meine Aussage dass die Mehrheit beteiligt war und profitiert hat, steht und dabei gibst du mir Recht. In gleichem Sinne drücke ich doch aber auch aus, dass es sehr wohl eine Minderheit gegeben hat die weder Mitgewirkt, noch profitiert, noch aktiv im Widerstand war. Als somit kein NAZI war und sich in sonst einer Weise schuldig gemacht hat.

    Damit habe ich sicherlich auch den Vorwurf des schwarz und weiß Denkens entkräftet, oder? 🙂
    Ansonsten habe ich eigentlich, erst Recht nicht nach den Diskussionen mit den anderen Lesern, andere Punkte gefunden in denen wir konträr stünden. Oder?

  14. „Wenn du nun aber meine Aussage noch einmal liest, wirst du feststellen das ich gesagt habe jeder der profitiert hat.“

    Wie definierst du denn profitiert? Wo geht das los?

    „Meine Aussage dass die Mehrheit beteiligt war und profitiert hat, steht und dabei gibst du mir Recht.“

    Wo gebe ich dir diesbezüglich Recht? Ich sehe das eigentlich genau nicht nicht so! Welche Stelle meinst du jetzt?

    „Ansonsten habe ich eigentlich, erst Recht nicht nach den Diskussionen mit den anderen Lesern, andere Punkte gefunden in denen wir konträr stünden. Oder?“

    du meinst „“KEINE“ anderen Punkte gefunden“, oder? Wenn nicht, dann steht ich gerade auf dem Schlauch oder versteht die Aussage gerade nicht.

  15. Auch wenn du mir jetzt gleich vorwirfst keine Argumente mehr zu haben muss ich die Waffen vor dem Chaos strecken. Ich stelle eine Behauptung in den Raum, du bestreitest die, antwortest dann auf einen anderen Leser das du diesselbe Aussage nicht anzweifelst und wieder von mir damit konfrontiert bestreitest du alles. Das führt zu nix.

    Lass es uns dabei belassen. Ich schreibe die Tage noch einmal exakt meine Meinung zu dem Thema in einem separaten Post. Der hiesige Ausgangspost baut ja eher auf einem Erlebnis auf und streift das Thema nur kurz.

    Zum Schluss für mich an dieser Stelle, möchte ich auf deine letzte Frage noch eingehen:

    Jeder der in einem unmoralischen Gesellschaftlichen System einen Mehrwert erzielt in dem er sich unmoralisch, dem unmoralischen System anpasst, macht sich schuldig. Das ist glaube ich keine Weisheit von mir sondern Schulstoff aus der Gesellschaftskunde der 7ten Klasse.

    Was man jetzt im Detail da alles an Beispielen ableiten kann ist immens.

    Wenn jemand in die NSDAP eintritt nur um zu studieren ist dies sicherlich nicht verwerflich. Wenn man aber die NSDAP eintritt, Lehramt studiert und danach Rassenlehre unterrichtet, siehts schon wieder schlecht aus…

    Aber ich denke die ganze Aussage ist selbstredend. Sie dürfte korrekt und ethisch einwandfrei sein. Weitere Beispiele sollte jeder ganz einfach aus dieser Aussage ableiten können….

  16. „Wenn jemand in die NSDAP eintritt nur um zu studieren ist dies sicherlich nicht verwerflich. Wenn man aber die NSDAP eintritt, Lehramt studiert und danach Rassenlehre unterrichtet, siehts schon wieder schlecht aus…

    Aber ich denke die ganze Aussage ist selbstredend. Sie dürfte korrekt und ethisch einwandfrei sein. Weitere Beispiele sollte jeder ganz einfach aus dieser Aussage ableiten können….“

    Meine Beispiele aus dem Bereich Studium bezog ich immer auf die DDR, weil es da so war. Wie es in dieser Sicht zu NS-Zeiten war, weiß ich nicht.

    ABER vom Inhalt deiner Aussage stimme ich dir in diesem Punkt 100%ig zu! Mein Beispiel wäre dann das Fach Marxismus-Leninismus (für die DDR) gewesen (wobei Rassenlehre definitiv verwerflicher ist).

    Ich stimme dir zu, dass es manchmal nicht leicht ist auf diesem Wege eine Diskussion zu führen und einige Missverständnisse vielleicht auch daher rühren. Bin auf deine weiteren Beiträge gespannt.

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