mein persönliches Konjunkturpaket

In den letzten Monaten überschlagen sich die Politiker und Wirtschaftswissenschaftler mit immer neuen Konjunkturpaketen. Ich bin zwar weder Politiker noch Wirtschaftswissenschaftler, doch gehe ich mit offenen Augen durchs Leben. Das Wort „Konjunkturpaket“ kann ich kaum mehr hören, doch hier der Plan für meine ganz persönliche Idee zur Rettung der Gesellschaft. Der verhindert zwar die Krise nicht (wer behauptet er können die Krise verhindern lügt, man kann sie max. aufschieben), doch bin ich sicher, dass wenn nur die Hälfte der folgenden Punkte umgesetzt würden, Deutschland nach der Krise ein besserer, standfesteres, sichereres und damit auch stolzeres Land ist:

1. das Gesundheitssystem
Zuallererst wird die Einheitskrankenkasse eingeführt (von mir aus auch 2-3, aber eben keine 300 wie heute). Alle Krankenkassenangestellten tun das,was sich für ein solidarisches System gehört und passen Ihre Gehaltsforderungen auf das Niveau der normalen Wirtschaft, sagen wir mal des Handels an. Die Krankenkasse als solches wird in eine klassische non Profit Organisation umgewandelt. Die durch diese drastischen Gehaltskürzungen und die Reduzierung des gigantischen Verwaltungsapparates, eingesparten Milliarden fließen 1 zu 1 zurück an die Versicherungsnehmer in Form von Beitragssenkungen und Leistungssteigerungen. Zwar werden durch diese Reform 100.000 Menschen auf einen Schlag arbeitslos, doch profitieren sofort 20 Millionen Arbeitnehmer in Form eines höheren Nettolohnes, während zeitgleich die Unternehmen auf der Nebenkostenseite entlastet werden.

2. Verteidigung
Die Wehrpflicht wird sofort abgeschafft. Die Bundeswehr auf eine kleine, aber dafür hochmoderne und agile Eingreiftruppe in Größenordnung von max. 50.000 Mann reduziert. Wieder verlieren hunderttausend Mann Lohn und Brot. Doch die eingesparten Milliarden können in Bildung fließen, wodurch dort auch wieder neue Arbeitsplätze entstehen.

3. Wirtschaft
Es werden keine Unternehmen, jedweder Art, mehr durch außergewöhnliche Maßnahmen gestützt. Ein Unternehmen das pleite geht, tut das so oder so. Klar stellt die Insolvenzverschleppung der Commerzbank, Postbank und der Staatsbanken, die Gesellschaft vor eine harte Probe. Die Frage ist aber ob wir heute 100 Milliarden EUR, die wir nicht haben, ausgeben wollen für ein Unternehmen das dann eben in 10 Jahren noch spektakulärer an die Wand fährt. Die Unternehmen die heute Probleme haben, haben scheinbar nur kurzfristig gedacht, ein schlechtes Management oder sind einfach zu klein um eine solche Krise zu überstehen. Auf die heute um Hilfe bettelnden Konzerne kann letzteres nicht zu treffen. Falls man dem Malermeister (auf den eben letzteres zutrifft) nicht hilft, kann man den großen erst recht nicht helfen, denn deren Probleme sind hausgemacht. Das ist hart, tut weh- Medizin muss aber nicht schmecken!

3.1. Politik
Lobbyismus ist sofort unter Strafe zu stellen. Politiker sind Volksvertreter und werden als solche auch vom Volk gewählt. Da die Konzerne auch aus dem Volk gestellt werden, sind sie schon gleichberechtigt mit dem restlichen Volk repräsentiert. Falls die Konzerne jedoch sich nicht dem Volke zu gehörig fühlen und damit rechtfertigen das Lobbyisten ihre Wünsche gesondert durch setzen müssen, sollen sie sich bitte ein eigenes Land gründen. In Deutschland zählt immer noch die Verfassung…

3.2. Politik
Politiker sollten nicht länger als 2 Amtsperioden Politiker sein können. Danach können Sie ihre Erfahrungen gern als Berater zur Verfügung stellen. Politiker sollte kein Beruf mehr sein, sondern endlich wieder eine Berufung. Nach dem Motto „Macht für den der sie nicht will“ ist bisher jedes Land groß geworden, lebenslange Berufspolitiker haben bisher jedes Land der letzten 300 Jahre ruiniert.

Das war erst der Anfang, der nächste Teil folgt in ein paar Tagen.

5 Kommentare

  1. Hallo Leonard,

    Deine Absichten und Ideen in Ehren, aber leider sind diese nicht umzusetzen, da Du scheinbar nicht mitbekommen hast, dass die Wirtschaft schon längst das Ruder auch bei politischen Entscheidungen innehält. Politik und Wirtschaft sind ein und dasselbe, leider…oder glaubst Du, dass Kollegen wie Ackermann und Zetsche nur zum Kaffee zu wichtigen „Besprechungen“ im Kanzleramt eingeladen werden?

  2. Klar weiß ich das, klar sehe ich das genauso. Aber genau das ist ja der Grund wieso es nur einen RADIKALEN Wandel geben kann.

    Solange die Grundzustände in diesem ruinösen Land nicht geändert worden sind, verpufft jede „Reform“ in der sinnlosigkeit…, oder?

  3. Nicht nur in diesem Land, jedes Land hängt auch politisch am Tropf der Wirtschaft. Das haben wir uns so ausgesucht, denn wir wählen doch diejenigen, die uns bei guter Laune halten, sprich uns Arbeitsplätze, Wohlstand und dergleichen verschaffen. Muss gleich noch wählen gehen (Hessen), mal sehen, was uns ab 18 Uhr die „politischen Pfeifen“ zu erzählen haben 😉

  4. Das ist wohl war. Aber um so mehr wünsche ich mir das diese Krise als genau das gesehen wird, als das es unsere Kanzlerin ansieht- als Chance.

    Die Grundfeste der sozialen Marktwirtschaft sind mit Abstand das beste System der Welt, doch haben wir uns zu weit davon entfernt. Genau wie du es sagst, zu viele Kräfte reissen und zerren daran das sich das auch nicht mehr ändert.

    Doch wenn wir alle daran arbeiten stehen die Chancen heute besser denn je, die Fehler der letzten 20 Jahre zu korrigieren.

    Was hast du gewählt? (Wenn man Fragen darf :-))

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