wir sind alle gerettet

So, ok, kein Problem- die weltumspannende, angekündigte Weltwirtschaftskrise wurde abgesagt. Unsere Heldenhaften Politiker haben sie in zähen Verhandlungen um das so genannte „Konjunkturpaket II“ aufgehalten. Die beschlossenen Maßnahmen umfassen Finanzhilfe in Höhe von 50Mrd. EUR (müssen leider erst noch gedruckt werden), darunter unter anderem 0,6% Beitragssenkung der Krankenkasse. Was für eine Farce. Die Beitragserhöhungen sind keine 10 Tage alt und schon geht’s wieder rückwärts. Beachtenswert bei dieser Art Konjunkturhilfe ist die am Ende für den Bürger entstehende Ersparnis. 0,5%- das bedeutet nach aktueller Berechnung (und die ist ja eh verquer), ca. 5-15EUR pro Normalverdiener. Auch eine gute Maßnahme ist die Umweltprämie für Neuwagenkäufe. Vor ein paar Monaten hätte die Bundesregierung am liebsten die Dritte Welt verhungern lassen um CO2 ein zu sparen. Heute gibt’s 2.500EUR Umweltprämie wenn ich mir den neuesten 3,5 Liter Kubik SUV kaufe- toll.

Ich sehe es schon vor meinem innerlichen Auge, das Rennen der Generation 1000EUR, wie sie die Warenhäuser stürmen werden, um ihre 15EUR Zugewinn in edle Pelze, teuren Schmuck und ausgedehnte Urlaubsreisen zu investieren. Oder aber auch die hundertausenden Kurzarbeiter der Automobilindustrie. Kurzarbeit hin oder her, es wird schon weiter gehen, werden sie denken und die Halden ihrer Arbeitgeber leer kaufen.

Gut das sich eine so schlimme Ankündigung, so schnell in Wohlgefallen aufgelöst hat. Zum Schluss finde ich noch die letzte Aussage unseres äußerst kompetenten Arbeitsministers erwähnenswert. Der sagte „…dass die Unternehmen eher auf Kurzarbeit, denn auf Entlassungen setzen zeigt, dass man sich auf einen baldigen Aufschwung vorbereitet“. Hat diesem Typ noch keiner erzählt, dass wenn die Konzerne jetzt schon entlassen, die Politiker auch kein Geld mehr bewilligen? Oder das die Unternehmen an Tarifverträge oder Kündigungsverzichte gebunden sind? Last but not least. Kein Unternehmen kann abschätzen wie lang die Talfahrt dauert, aber deswegen am ersten Tag alle zu entlassen und zu machen, entspräche der Verhältnismäßigkeit wie wenn ich mir bei der Vereinbarung des nächsten Arzttermines noch am Telefon in den Kopf schießen würde. Die Arzthelferin meines Docs heißt nämlich „Krebs“, erkennt meine Stimme und nimmt das Gespräch stets mit den Worten an „Hallo Herr Goldmann…, Krebs!“

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