Mensch…, das ist ein Mietshaus!

Wir wohnen, was ich ja schon hier und da erwähnt habe, in einem wunderbarem Mietshaus auf dem Chemnitzer Kassberg. Das Haus wurde erst frisch saniert und von allen Mietsparteien binnen weniger Monate bezogen. Da alle Mieter fast gleichaltrig sind und niemand den Status des „ich bin schon ewig hier“ für sich beanspruchen kann, ist eine wunderbare Hausgemeinschaft erwachsen, welche auch liebevoll die Kommune genannt wird. Nur 2 von 12 Parteien sind aus etwas anderem Holz geschnitzt. Sie kommen nicht zum Grillen in den Gemeinschaftsgarten. Grüßen niemandem im Treppenhaus und machen dazu ununterbrochen furchtbar angestrengte Gesichter, als würden nur sie allein wirklich arbeiten müssen. Diesen beiden Mietsparteien ist es auch zu zuschreiben, dass unsere Hausverwaltung ständig Beschwerden über dieses Haus erhält, sodass diese denken, an unserer Adresse wohnen die Hottentotten. Mal ist es ein vermeintlich verstellter Keller, Zigarettenkippen im Garten, zu lautes grillen, das Grillen überhaupt, zu laute Musik oder das Schreien der Kinder im Garten. Die Hausgemeinschaft liest die wöchentlich im Schaukasten aufgehängten neuerlich erlassenen Verhaltensregeln und amüsiert sich…

Aber kann man es denn nicht verstehen, dass dies ein Mietshaus ist und nobody is perfect? Ich meine es ist doch wohl in Ordnung, dass die Studenten im Dachgeschoß einmal im Monat eine kräftige Sause feiern, sie bemühen sich auch nach 22Uhr leise zu machen und die Feiern im Haus an zu melden, oder der Singlehaushalt unten drunter, der einmal pro Woche mit seinen Saufkumpanen nachts durchs Haus poltert. Die neu eingezogenen direkt über uns, die jeden Freitag 20 Uhr anfangen mit einem Bohrhammer Bilder auf zu hängen und das schon seit 8 Wochen, oder was ist mit unserem Hauspyromanen, der zum Gemeinschaftsgrill noch eine Feuertonne für amtlich genehmigte Lagerfeuer angekarrt hat, das Licht dieses Feuers erhellte schon so manche Nacht im Hinterhof. Man könnte noch viel mehr Beispiele aus dem Zusammenleben von 29 Personen in einem Haus erzählen, doch darum geht es nicht. Es geht darum, dass die meisten zu verstehen scheinen, dass man in einem Mietshaus Rücksicht aufeinander nehmen muss. Rücksicht aber heißt, sich nicht zu verstecken, sondern heißt auch tolerant zu sein gegenüber dem Leben anderer und dessen was in deren Leben geschieht. Einige verstehen das aber eben nicht und vermiesen so sich und anderen den Tag

5 Kommentare

  1. In deinen Augen ist ist Tolerenz Rücksicht auf DEIN bzw. EUER Leben zu nehmen. Wir tolerieren z.B. deine lautstarken Telefonate im Garten fast täglich, denn du scheinst ja ach so wichtig zu sein. Es sind nicht nur die zwei Hausparteien bei euch im Haus, sondern eine Vielzahl anderer Karreebewohner, die sich daran stören, dass ihr eigentlich jedes WE grillt mit anschließendem „Korb“lagerfeuer bis in die Puppen. Habt ihr schon mal drüber nachgedacht, auf andere Rücksicht zu nehmen, bevor du es von anderen verlangst? Wir wohnen in einem Karree, in dem man nachts jedes gesprochene Wort versteht und Gelächter in großer Runde nicht gerade schlaffördernd wirkt, genauso der Gestank des Feuers, der in die umliegenden Schlafzimmer steigt. Gegen die ein oder andere Party sagt sicherlich niemand etwas, aber jedes WE ist zuviel.
    Liebe Grüße
    ein genervter Karreebewohner

  2. Hallo,

    hm, das klingt interessant, sind jedoch aber zwei verschiedene paar Schuhe. Zum einen ist jemand der mit einem Handy telefoniertnicht zwangsläufig wichtiger als andere. Ein Handy muss auch nicht implizieren das er sich so fühlt (die Annahme scheint aber ein weitverbreitetes Phänomen des Gesellschaftsteils zu sein, der grade kein Handy am Ohr hat). Zum Zweiten muss ich der/dem Unbekannten zwar Recht geben, finde aber es deckt genau die in meinem Post kommunizierte Meinung. Das Karree ist zwar sehr weitläufig, schallt aber eben auch. Zur Toleranz gehört eben mein Telefonat genauso zu tolerieren wie die anderen, auf knapp 30 Balkonen gehaltenen Gespräche und Telefonate (die man eben auch hört).

    Die Feiern auf den 3 „Partyplätzen“ im Karree gehören ebenso dazu. Gerade unsere Wohnung ist ja sogar am vorgelagertsten, so dass die Unterhaltungen, das evtl. Feuer usw. direkt in unser Schlafzimmer münden (in dem auch unser Sohn schläft). Da hilft leider nur Fenster zu und wenn man gerade Lust hat mit raus setzen…

    Das tun ja nun auch schon einige auch aus angrenzenden Häusern. Übrigens fällt mir ein, das ich wenn draussen gefeiert wird mit geschlossenen Fenstern nix von draussen höre.

  3. Bei den jetzigen Temperaturen mag das ja alles schön und gut sein, aber bei tagsüber 30 Grad im Schatten, ist es genausowenig angenehm mit geschlossenem Fenster zu schlafen, wie den Gestank und Lärm zu ertragen. Wir sind sicherlich keine Leute von Traurigkeit, aber im Gegensatz zu dir bzw. euch nehmen wir auf andere Rücksicht, weil wir eben in einem Mietshaus wohnen. Jeder hat mal eine Party zu feiern oder führt laute Gespräche auch auf dem Balkon, aber halt nicht ständig!!! Ich wollte mit meinem Kommentar nur mal die Sichtweise in eine andere Richtung lenken und hoffe damit zum Nachdenken angeregt zu haben.

  4. Auch ich bin Anwohner in einem der besagten Häuser und will nun auch einmal meine Meinung kundtun. Den Kommentar bezüglich der Telefonate im Garten kann ich ja nun gar nicht untermauern. Es gibt so viele „Geräusche“ die von draussen zu hören sind, dass es ja nun wirklich nicht auf ein im Garten geführtes Telefongespräch ankommt. Mal davon abgesehen, dass ich keine täglichen Telefonate mitbekomme, sind ja eigentlich auch ständig irgendwelche Gespräche von anderen Leuten zu hören. Die Mieter unter mir zum Beispiel, nutzen ihren Balkon ausgiebig. wenn ich auf dem Sofa sitze und mein Fenster geöffnet ist, kann ich auch jedes Wort ihrer Gespräche hören. Die Kinder, die im Garten spielen sind ja auch zu hören. Mal abgesehen davon, ist die Ulmenstraße vom Verkehrsaufkommen und den damit verbundenen Geräuschen wie Sirenen ja nun auch nicht gerade die leiseste Straße. Achso, ebenso haben die Mieter über mir die Angewohnheit, spät in der Nacht die Waschmaschiene zu nutzen. Auch das höre ich in meiner Wohnung. Ich finde, in einem Mietshaus muss man akzeptieren, dass andere Mieter eben auch telefonieren, mal das Radio zu laut haben oder sich einfach unterhalten.

    Zum Thema Feiern, kann man sicherlich geteilter Meinung sein. Übertrieben finde ich, dass hier bemängelt wird, dass jedes Wochenende gefeiert wird. Ganz so ist es ja nun auch wieder nicht. Oft sieht man die Leute in dem Garten ja auch lediglich grillen. Und in meinem Haus wird sogar auf dem Balkon gegrillt, dieser Geruch ist auch nicht so toll, da wäre es mir lieber auch hier wird im Garten gegrillt. Ich muss zugeben, ich würde mich an so manchen Abend selbst mit raus setzen. Wir sind hier nun mal auf dem Kassberg, der ja nun mal ein typischer Platz für junge Leute und Studenten ist (geräumige, große Altbauwohnungen zu erschwinglichen Preisen). Viele meiner Bekannten treffen sich auch Abends zum Grillen im Hinterhof. Das bietet sich eben hier auf dem Kassberg an. Wenn man soetwas nicht mag, sollte man vielleicht in ein anderes Stadtviertel ziehen.

  5. So, da bin ich wieder, hatte eher leider keine Zeit.

    Ich sehe uns immernoch alle zusammen auf einem Nenner 🙂 denn ich habe darüber nachgedacht und festgestellt, das ich maximal 2-3 mal die Woche im Garten telefoniere. Das ist ja nun wirklich nicht ständig 🙂 Aber vielleicht guckst du genau da immer raus?

    Mit den Partys verhält es sich doch so. Klar, wenn es draussen warm ist, wird definitiv gegrillt, oft auch mit Feuer. Aber bei einem so schönem Garten und 12 Parteien im Haus….

    Man muss sich das so vorstellen. Einmal im Monat ne Grillfeier ist ja sicherlich für niemanden ein Problem. Wenn nur die Hälfte der Bewohner dies einmal im Monat wahrnehmen will, ist jedes Wochenende verbucht…

    Mir fällt wie immer noch etwas ein, nämlich bei den Grillecken unten in der Ulme und auf der uns gegenüberliegenden Seite wird ebenfalls allwochenendlich gefeiert, jedoch laute Musik und Besoffenengegröle inklusive.

    So zum Schluss noch eines. Wenn mal wieder Party ist und ich mit draussen sein sollte und widerrum eure Zeit es zu lässt, kommt doch einfach mit runter. Sagt mir ihr seit anonym 1 bzw. 2, dann gebe ich euch ne Flasche Wein aus 🙂 versprochen! is das ein Angebot? 🙂

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