60 Jahre Israel

60 Jahre ist es bereits her, dass der Staat Israel von Ben Gurion ausgerufen wurde. Neben den obligatorischen Glückwünschen, ist dies nun auch einmal wieder ein guter Zeitpunkt für Muslime in der Welt, notorische Rechte, aber auch von Seiten der linken in Europa, Israel zu kritisieren und die Daseinsberechtigung dieses Staates in Frage zu stellen Da dieses Thema gottseidank von genügend Publizisten, wie zum Beispiel hier, von Hendryk M. Broder, aufgegriffen und gut beleuchtet wird, möchte ich mich der Kritik an den Kritikern zwar anschließen aber lieber einmal die Frage in den Raum werfen: wieso bezweifelt eigentlich niemand die Daseinsberechtigung Deutschlands? Ich meine, dass dieses Land heute so existiert wie es ist, beruht mehr oder minder auf glücklichen Umständen. Eine Kolonialisierung, Auflösung oder was auch immer, wäre 1948 nicht nur denkbar sondern auch Diskussionsgrundlage. Ja noch bis vor 18 Jahren gab es einige Länder in der Welt, welche die Wiedervereinigung mit zwiespältigen Gedanken verfolgt haben. Warum werden eigentlich nicht die Daseinsberechtigungen der französischen Kolonien bezweifelt? Was geht Europa eigentlich Israel an? Sollte Europa, oder explizit Deutschland, sich nicht lieber erst mal um die eigenen Kolonien kümmern, denen teilweise noch die Freiheit vorenthalten wird? Sollte man sich nicht erst einmal drum kümmern, Krieg und Massenmord in den eigenen 4 Wänden zu verhindern (siehe Kosovo) ohne auf die mutigen Soldaten der USA angewiesen zu sein? Wenn man dies alles geklärt hat, sollte man dann nicht gemeinsam, europäische Ziele wie die gezielte, wirkungsvolle Förderung von Dritte Welt Staaten angehen? Dann, ja erst dann hat ein Deutscher das Recht, über Israel zu sinnieren. Denn ob es der Deutsche will oder nicht, Israel ist weit, weit weg, hat mit Europa nichts zu tun und die wenigsten Israelis legen irgendwelchen Wert auf den Satz europäischer Politiker, zum Beispiel nach einem Attentat „wir verurteilen das aufs schärfste“. Ich sage nur, lasst Israel in Ruhe und falls man irgendwie vom Inneren getrieben wird etwas über Israel zu denken, zu berichten oder zu fordern,dann bitte erst nach ausgiebiger Information über das Land und die Situation. Der Kenntnisstand aus der letzten Tagesschau, Nazihetzblättern oder aber einem arabischen Verein, kann kaum adäquate, ausgewogene Informationsquelle sein. Israel und Europa haben nichts gemeinsam, außer das beide demokratisch regiert und westlich orientiert sind. Das berechtigt jedoch Europa nicht, ständig den Finger zu heben und zu erklären und zu mahnen, denn schließlich gibt es auch im tiefen Afrika westlich orientierte Demokratien, die vielleicht sogar eine intensivere Einmischung Europa in ihre Belange befürworten würden, aber um die schert sich kein Schwein. Warum also glucken auch gerade die Deutschen so dermaßen auf Israel? Reicht es nicht schon, dass vor zwei Generationen die Deutschen 6 Millionen Juden umgebracht haben? Müssen denn nun auch noch die Kinder und Enkelgeneration da sitzen und mit Sätzen wie der der besonderen Verantwortung um sich schmeißen? Dies bedeutet nichts weiter wie „weil mein Großvater so viele Juden umgebracht hat, muss ich der Enkel, nun in besonderen Maße darauf achten, dass „das Volk der Opfer“ nicht ebenso zum „Tätervolk“ wird. Sehr verdrehte Ansichten sind das, besondere Verantwortung muss anders aussehen anstatt Waffen in den Iran zu liefern und auf Israel mit dem Finger zu zeigen,weil man einen 15 jährigen Muslimen mit einem 25kg Sprengstoffgürtel um den Bauch mit einem gezielten Kopfschuss gestoppt hat. (In den deutschen Medien steht dann „palästinensisches Kind bei israelischem Angriff getötet).

Nichts für ungut, ich halte es wie die meisten Israelis, mir ist Europa mehr oder minder egal. Wenn Europa und die Deutschen sich ständig mit israelischen Federn, oder Kritik schmücken müssen, macht das die Sorgen im von Feinden umringten Land weder schwerer noch leichter.

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